
Hanfanbau – in der Landwirtschaft
Informationen über unseren Hanfanbau & Hanfsaatgut
Hanfanbau mit Vertrag – warum Nutzhanf Boden, Betrieb und Bilanz stärkt (Bio & konventionell)
Industriehanf erlebt eine starke Renaissance. Für landwirtschaftliche Betriebe ist Hanf besonders spannend, weil er Bodenaufbau, Low-Input-Anbau und vielseitige Verwertung verbinden kann – vorausgesetzt, Standort, Etablierung und Absatz sind gut geplant.
Mit Hanfanbauverträgen von Hanfland wird aus Hanf keine „Vielleicht-Kultur“, sondern ein planbarer Baustein im Betrieb – im Bio-Anbau ebenso wie konventionell.
Seit über 20 Jahren setzen wir bei Hanfland auf nachhaltigen Hanfanbau in Österreich. Mit bis zu 800 Hektar Anbaufläche pro Jahr haben wir wertvolle Erfahrung in der Kultivierung dieser vielseitigen Pflanze gesammelt. Doch der zunehmende Preisdruck durch Mitbewerber aus Osteuropa hat uns dazu veranlasst, unsere Anbauflächen auf den kleinen Bedarf an österreichischen Hanfsamen zu reduzieren.
1) Die wichtigsten Vorteile vom Hanfanbau – aus Sicht von Boden & Betrieb
Bodenverbesserung: tiefe Wurzeln, mehr Humus, stabilere Böden
Hanf bildet eine kräftige Pfahlwurzel und lockert den Boden biologisch – auch in tieferen Schichten. Gleichzeitig bleiben nach der Ernte viele organische Rückstände im Feld, was Humusaufbau und Bodenleben unterstützt.
Das bringt in der Praxis:
- stabilere Bodenstruktur (weniger Verschlämmung)
- bessere Wasseraufnahme bei Starkregen
- bessere Startbedingungen für Folgekulturen (z. B. Weizen oder Zuckerrübe)
Natürliche Unkrautunterdrückung: schneller Bestandsschluss statt Herbizid
Wenn Standort und Etablierung passen, bildet Hanf rasch ein geschlossenes Blätterdach. Dadurch werden Unkräuter über Lichtentzug stark reduziert – und der Boden wird gleichzeitig vor Erosion geschützt.
Typische Effekte:
- weniger Unkrautdruck im Hanfjahr
- weniger Samenbildung von Problemunkräutern
- sauberes Saatbett für die Nachfrucht
Low-Input im Alltag: weniger Pflanzenschutz, weniger Stress
Hanf ist eine klassische Low-Input-Kultur. Durch seine natürliche Konkurrenzkraft können Pflanzenschutzkosten deutlich sinken – oft bis nahe Null, wenn Bestandesführung und Standort passen.
Klimaresilienz: tiefe Wurzeln helfen bei Trockenphasen
Nach der sensiblen Startphase gilt Hanf als robust gegenüber klimatischen Schwankungen. Die tiefreichende Verwurzelung hilft, Wasser aus tieferen Bodenschichten zu nutzen.
Mehr als ein Produkt: Samen + (je nach Konzept) Stroh
Hanf ist vielseitig: Lebensmittelrohstoff (Samen) und – je nach Nutzungskette – zusätzlich Stroh/Faser. Wichtig ist: Die Wertschöpfung muss regional und organisatorisch gut abgesichert sein.
2) Die kritische Phase entscheidet: Etablierung & Bodenbedingungen
So stark Hanf später ist: die ersten Wochen sind das Nadelöhr. In der Jugendphase reagiert Hanf sensibel auf Wassermangel. Für Keimung und Pfahlwurzelbildung braucht es ausreichend Bodenwasser. Kommt es in dieser Phase zu Trockenstress, bleibt das Wachstum oft dauerhaft gehemmt.
Genauso wichtig: Bodenverdichtung ist ein Wachstums-Killer. Wo Verdichtungen oder Staunässe vorhanden sind, fehlen Sauerstoff und Wurzelraum – die Pflanze kann nicht in die Tiefe und bleibt im Wachstum zurück.
Standort-Kurzcheck:
- tiefgründig, gut drainiert
- pH ideal etwa 6,0–7,5
- keine Staunässe
- keine massiven Verdichtungen
3) Bio vs. konventionell: Was ist unterschiedlich – und was gleich?
Bio-Hanf: wirtschaftlich sehr stark, wenn Koppelnutzung gelingt
Im Bio-Bereich kann Hanf besonders attraktiv sein – vor allem dann, wenn Samen und Stroh genutzt werden können. In Deckungsbeitragsvergleichen liegt Bio-Hanf (Samen + Stroh) in Beispielrechnungen deutlich über Bio-Winterweizen.
Warum Bio oft sehr gut passt:
- Low-Input-Charakter ergänzt Bio-Systeme ideal
- Unkrautunterdrückung funktioniert über Bestandesschluss statt Chemie
- Premium-Qualität und regionale Vermarktung sind klare Pluspunkte
Konventioneller Hanf: sinnvoll – aber Stroh/Absatz sind entscheidend
Auch konventionell kann Hanf gut funktionieren. Gleichzeitig ist die Kalkulation ohne gesicherte Strohabnahme deutlich schwächer. Konventionell ist daher besonders wichtig, dass Vermarktung und Logistik vorab klar sind.
Kurz gesagt: Konventionell kann passen – aber nur, wenn die Abnahme steht.
4) Warum Hanfanbauverträge mit Hanfland so wichtig sind
Hanf ist keine Kultur, bei der man „nach der Ernte mal schaut“. Zwei Punkte machen Anbauverträge besonders wertvoll:
Marktzugang vor der Aussaat
Ohne gesicherten Absatz kann man trotz guter Ernte wirtschaftlich in Schwierigkeiten kommen. Ein Vertrag reduziert genau dieses Risiko.
Logistik: Hanfsamen sind zeitkritisch
Hanfsamen müssen rasch nach der Ernte sauber aufbereitet (gereinigt und getrocknet) werden, sonst leidet die Qualität. Deshalb ist eine funktionierende regionale Kette entscheidend.
Was ein Hanfland-Vertrag in der Praxis bedeutet:
- klare Abnahme- und Qualitätskriterien
- verlässlicher Ansprechpartner für Anbau, Ernte und Logistik
- regionale Wertschöpfung statt Alleingang
- Lösungen für Bio und – bei passenden Voraussetzungen – auch für konventionelle Betriebe
5) Recht & Sicherheit: Saatgut, THC-Grenze, Planung
Damit Hanfanbau sicher läuft, braucht es saubere Rahmenbedingungen:
- ausschließlich zertifiziertes Saatgut aus der EU-Sortenliste
- THC-Grenzwert 0,3 %: Überschreitung bedeutet einen massiven wirtschaftlichen Schaden
- Saatgutkosten und Erntetechnik müssen vorab eingeplant werden (Fasern sind reißfest, Technik muss passen)
Hanf lohnt sich – wenn Biologie, Boden und Absatz zusammenspielen
Nutzhanf kann gleichzeitig Boden verbessern, Inputkosten senken und Wertschöpfung erweitern. Der Schlüssel ist Planung: sensibler Start, gute Bodenstruktur, saubere Logistik – und vor allem Abnahmevertrag vor der Aussaat.
Mit Hanfland wird Hanfanbau bodenwirksam und wirtschaftlich planbar.
Interesse am Hanfanbauvertrag (Bio oder konventionell)?
Melde dich bei Hanfland. Wir klären gemeinsam, ob Standort, Fruchtfolge, Technik und Logistik passen – und welche Vertragslösung für deinen Betrieb sinnvoll ist.
Studie: Hanfanbau in Österreich 2000 – 2022
Die „Sektoranalyse Hanf“, verfasst von Christoph Stelzer und Martin Weigl, bietet einen tiefgreifenden Einblick in den Hanfanbau in Österreich. Die Studie untersucht die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Hanf, darunter die Produktion von Hanfsamen, -stroh und -blüten/-blättern, und beleuchtet die verschiedenen Anbautechniken und Produktionsverfahren. Sie analysiert auch die Marktdynamik und die wirtschaftlichen Aspekte der Hanfproduktion in Österreich inklusive einer Deckungsbeitragsrechnung.
Exporte nach Österreich sind vor allem aus Frankreich, den Niederlanden, Deutschland und in den letzten Jahren vermehrt aus dem Baltikum zu verbuchen.
Besondere Aufmerksamkeit wird der umfassenden Nutzung aller Pflanzenteile und der Bedeutung von Hanf als nachwachsendem Rohstoff gewidmet. Die Studie basiert auf Daten- und Literaturrecherchen sowie auf Interviews mit Experten aus der Branche. Sie stellt ein umfassendes Bild des Hanfsektors in Österreich dar, mit einem Fokus auf landwirtschaftliche Flächen.
Quelle: Stelzer, C.. (2023) Sektoranalyse HANF. Abschlussbericht zu Projekt BAB 053/22. Bundesanstalt für Agrarwirtschaft u Bergbauernfragen, Wien.
Hanfinformation
Botanik der Hanfpflanze: (Cannabis sativa L.)
Aufbau, Lebenszyklus und agronomische Besonderheiten – kompakt und fundiert
Hanf (Cannabis sativa L.) ist eine einjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Cannabaceae. Botanisch betrachtet ist sie bemerkenswert effizient: rasches Längenwachstum, tiefreichendes Wurzelsystem, hohe Anpassungsfähigkeit – Eigenschaften, die sie agronomisch so interessant machen.
1. Systematik & Grundcharakter
- Art: Cannabis sativa L.
- Lebensform: einjährig
- Wuchshöhe: 1–4 Meter (je nach Sorte, Standort und Nutzung)
- Vegetationsdauer: ca. 100–150 Tage
Hanf ist eine Kurztagspflanze. Die Blütenbildung wird durch abnehmende Tageslänge ausgelöst (meist ab Juli/August in Mitteleuropa).Die Wurzelstruktur des Hanfs
2. Wurzelsystem – das Fundament
Das Wurzelsystem des Hanfs ist geprägt durch eine starke, spindelförmige Pfahlwurzel, von der robuste Seitenwurzeln ausgehen. Diese Wurzeln können bis zu 2 Meter tief in den Boden eindringen, wobei die Hauptmasse der Wurzeln in den oberen 30-50 cm des Bodens zu finden ist. Die Ausprägung des Wurzelwerks hängt stark von Faktoren wie der Bodenbeschaffenheit, der Hanfsorte, dem Standort und der Grundwasserhöhe ab.
3.Der Stängel der Hanfpflanze
Von krautig bis holzig
Zu Beginn seines Wachstums zeigt sich der Hanfstängel krautig, entwickelt sich jedoch später zu einer holzigen Struktur. Er ist hexagonal geformt, mit länglichen Rippen und von Haaren bedeckt. Faktoren wie Bodentyp, Wasserverfügbarkeit, Standraum und Nährstoffangebot beeinflussen die Länge des Stängels.
Die Rolle des Stängels
Der holzige Teil des Stängels dient sowohl der Standfestigkeit als auch dem Wasser- und Nährstofftransport und bildet das Stützskelett der Pflanze. Für die Hanffasergewinnung ist besonders der Bastteil des Stängels von Bedeutung, der für die Reiß- und Drehfestigkeit der Pflanze sorgt. Die Faserzellen variieren in ihrer Länge und sind durch pektinhaltige Mittellamellen zu Bündeln verbunden. Durch den Prozess der Röste werden Pektine, Lignine und Pentosane abgebaut, was zu einer höheren Faserqualität führt.
Botanisch besteht er aus mehreren funktionellen Schichten:
- Epidermis – äußere Schutzschicht
- Bastfasern (Phloem) – lange, extrem reißfeste Faserzellen
- Holzkern (Schäben) – verholzter Innenbereich
Das Verhältnis beträgt ungefähr:
1/3 Fasern : 2/3 Schäben
Diese Struktur macht Hanf gleichzeitig elastisch und stabil – ideal für Faser- und Baustoffanwendungen.
4. Die Blätter der Hanfpflanze
Charakteristische Struktur
Die Blätter des Hanfs sind fingerförmig gefiedert, bestehend aus 5-9 gezähnten, schmal lanzettlichen Blattfingern. Sowohl die dunkelgrüne Oberseite als auch die blassgrüne Unterseite sind mit Drüsen und Haaren besetzt, was typisch für Hanfblätter ist. Die große Blattfläche erklärt die hohe Photosyntheseleistung – Grundlage für das schnelle Wachstum (bis zu 11 cm pro Tag in der Hauptphase).
5. Geschlechtssystem – einhäusig oder zweihäusig
Botanisch ist Hanf überwiegend zweihäusig (diözisch):
- männliche Pflanzen (Pollenbildung)
- weibliche Pflanzen (Samenbildung)
Für den landwirtschaftlichen Anbau werden häufig einhäusige (monözische) Sorten verwendet, bei denen männliche und weibliche Blüten auf einer Pflanze vorkommen. Das sorgt für:
- gleichmäßige Bestände
- stabile Samenerträge
- vereinfachte Bewirtschaftung
6. Blüte & Bestäubung
Hanf ist windbestäubt (anemophil).
Männliche Blüten:
- lockere Rispen
- produzieren große Mengen an leichtem Pollen
Weibliche Blüten:
- dichte Blütenstände
- entwickeln nach Bestäubung die Nussfrüchte (Hanfsamen)
Die Blüte beginnt in Mitteleuropa meist ab Juli, abhängig von Sorte und Tageslänge.
7. Frucht & Samen
Botanisch handelt es sich bei Hanfsamen um Nussfrüchte (Achänen).
Eigenschaften:
- rundlich bis oval
- 3–5 mm Durchmesser
- 1.000-Korn-Gewicht: ca. 12–20 g
Der Samen enthält:
- ca. 30–35 % Öl
- ca. 20–25 % Protein
Für die Pflanze selbst ist der Samen das Reproduktionsorgan – für die Landwirtschaft ist er das Hauptprodukt.
8. Wachstumsphasen im Überblick
1. Keimung (5–10 Tage)
- empfindlich gegenüber Trockenheit
- ausreichende Bodentemperatur nötig (ca. 5–10 °C)
2. Jugendphase
- langsamer Start
- empfindlich gegen Wassermangel
- Aufbau der Pfahlwurzel
3. Hauptwachstumsphase
- explosionsartiges Längenwachstum
- starker Blatt- und Biomasseaufbau
- natürlicher Bestandsschluss
4. Blüte & Samenbildung
- Umstellung auf generatives Wachstum
- Reife ungleichmäßig
- Erntefenster abhängig von Nutzung
9. Physiologische Besonderheiten
- C3-Pflanze mit hoher Photosyntheseeffizienz
- schnelle Biomasseproduktion
- ausgeprägte Konkurrenzkraft gegenüber Beikräutern
- hohe CO₂-Bindung durch starke oberirdische Masse
10. Chemische Inhaltsstoffe (kurzer Überblick)
Hanf produziert sogenannte Cannabinoide in Drüsenhaaren (Trichomen).
Im landwirtschaftlichen Nutzhanf gelten:
- THC-Grenzwert: 0,3 %
- relevante Inhaltsstoffe: CBD, Terpene, Flavonoide
Für Speisehanf spielt vor allem der Samen eine Rolle – nicht die Blüte.
Zusammengefasst: Warum Hanf botanisch so besonders ist
✔ tiefe Pfahlwurzel
✔ rasches Längenwachstum
✔ starke Photosyntheseleistung
✔ effiziente Biomassebildung
✔ klare Geschlechtertrennung (oder gezielte Einhäusigkeit)
✔ vielseitige Nutzung aller Pflanzenteile
Hanf ist botanisch keine „Wunderpflanze“, sondern eine extrem effizient aufgebaute Kulturpflanze, die ihre Stärke aus Struktur, Anpassungsfähigkeit und Wachstumsdynamik bezieht.




Hanfanbau
Aussaat, Saatstärke und Bestandesführung
Wer Hanf erfolgreich anbauen möchte, muss vor allem eines beachten: Die Etablierungsphase entscheidet. In den ersten Wochen wird festgelegt, ob der Bestand konkurrenzstark und ertragreich wird – oder ob er dauerhaft zurückbleibt.
Hier findest du die wichtigsten Praxisinformationen für den Hanfanbau in Österreich – kompakt und klar strukturiert.
1. Aussaatzeitpunkt – wann wird Hanf gesät?
In Österreich erfolgt die Aussaat:
→ von Anfang April bis Mitte Mai
Voraussetzungen:
- Bodentemperatur ca. 5–10 °C
- ausreichend Bodenfeuchte
- gut abgetrocknetes, tragfähiges Saatbett
Ein zu früher Anbau bei kalten Böden verzögert die Keimung. Eine zu späte Saat kann die Jugendentwicklung unter Trockenstress setzen.
2. Saattiefe & Technik
Die Aussaat erfolgt mit einer Drillsämaschine.
Optimale Saattiefe:
→ 3 bis 4 cm
Wichtig:
- gleichmäßige Ablage
- feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett
- keine groben Kluten
Kein Walzen!
Hanf reagiert sehr empfindlich auf Bodenverdichtungen.
Darum sollte auf Walzen nach der Saat verzichtet werden, insbesondere auf schweren Böden.
Verdichtungen führen zu:
- Sauerstoffmangel im Keimraum
- eingeschränkter Pfahlwurzelentwicklung
- dauerhaftem Wachstumsrückstand
3. Reihenabstand
Für die Faserproduktion wird eine enge Reihenweite gewählt:
→ 10 bis 20 cm
Ein enger Abstand sorgt für:
- raschen Bestandsschluss
- lange, feine Fasern
- starke Konkurrenz gegenüber Unkraut
Für Samennutzung bleibt der Reihenabstand ebenfalls meist im Bereich von 12–20 cm.
4. Saatstärke – je nach Nutzungsziel
Die Saatstärke ist entscheidend für Pflanzenarchitektur und Ertrag.
🌾 Samennutzung
→ 35 kg Saatgut pro Hektar
Diese Menge hat sich für stabile Einzelpflanzen mit gutem Kornertrag bewährt.
🌿 Faserproduktion
→ höhere Bestandesdichte
(> 40 kg/ha möglich)
Mehr Pflanzen pro Quadratmeter erzeugen:
- längere, dünnere Stängel
- bessere Faserqualität
- geringere Verzweigung
🌾🌿 Koppelnutzung (Samen + Stroh)
→ 40 kg pro Hektar
Für die kombinierte Nutzung von Hanfsamen und Hanfstroh hat sich diese Saatstärke als guter Kompromiss erwiesen:
- ausreichender Kornertrag
- gleichzeitig verwertbares Stroh
5. Förderrelevante Mindestmenge (KPA)
Für den Kulturpflanzenausgleich (KPA) gilt:
→ mindestens 20 kg EU-zertifiziertes Saatgut pro Hektar
Wichtig:
- ausschließlich zertifiziertes Saatgut aus dem EU-Sortenkatalog verwenden
- Dokumentation aufbewahren
Unterhalb dieser Grenze entfällt die Förderfähigkeit.
6. Bestandesentwicklung – was nach der Saat passiert
Keimphase (ca. 5–10 Tage)
- empfindlich gegenüber Trockenheit
- empfindlich gegenüber Verdichtung
- gleichmäßiger Feldaufgang ist entscheidend
Jugendphase
- langsamer Start
- Aufbau der Pfahlwurzel
- Konkurrenzfähigkeit nimmt stetig zu
Hauptwachstum
- bis zu 10–11 cm Längenzuwachs pro Tag
- schneller Bestandsschluss
- natürliche Unkrautunterdrückung
Wenn Saatzeitpunkt, Bodenzustand und Saatstärke passen, entwickelt sich Hanf zu einer äußerst konkurrenzstarken Kultur.
7. Häufige Fehler im Hanfanbau
❌ Walzen auf schweren Böden
❌ Saat in verdichtete Böden
❌ zu flache oder zu tiefe Ablage
❌ zu geringe Saatstärke bei Koppelnutzung
❌ verspätete Aussaat bei trockenen Bedingungen
Hanf verzeiht in der Etablierungsphase wenig – danach ist er sehr robust.
EU-konform
Rechtliche Vorgaben beim Hanfanbau in Österreich
EU-Sorten, Saatgutnachweis und THC-Kontrollen verständlich erklärt
Der Anbau von Lebensmittelhanf ist in Österreich klar geregelt. Wer Hanf anbaut, bewegt sich in einem sensiblen Bereich zwischen Landwirtschaft und Suchtmittelrecht. Genau deshalb sind Sortenwahl, Saatgutnachweis und THC-Kontrollen zentrale Punkte.
Hier findest du die wichtigsten Vorgaben kompakt erklärt.
1. Nur EU-gelistete Sorten sind erlaubt
Beim Hanfanbau darf ausschließlich eine Sorte verwendet werden, die im EU-Sortenkatalog aufgelistet ist.
Warum das wichtig ist:
- Nur diese Sorten gelten als zugelassen für den legalen Anbau von Nutz- bzw. Lebensmittelhanf
- Sie erfüllen den vorgeschriebenen THC-Grenzwert von maximal 0,3 %
- Sie sind agronomisch geprüft und zertifiziert
Wer eine nicht zugelassene Sorte anbaut, riskiert:
- Verlust der Förderungen
- Verwaltungsstrafen
- im Extremfall vollständigen wirtschaftlichen Schaden
2. Originalsaatgut ist verpflichtend
Es darf ausschließlich EU-zertifiziertes Originalsaatgut verwendet werden.
Der Landwirt muss:
- das Originaletikett des Saatgutsackes
- an die Agrar Markt Austria (AMA) senden
oder - gemeinsam mit dem Mehrfachantrag (MFA) bei der zuständigen Bezirksbauernkammer (BBK) abgeben
Dieses Etikett ist der offizielle Nachweis, dass:
✔ es sich um zertifiziertes Originalsaatgut handelt
✔ die Sorte im EU-Sortenkatalog gelistet ist
✔ die gesetzlichen Anforderungen erfüllt sind
Ohne diesen Nachweis ist der Hanfanbau nicht förderfähig.
3. THC-Kontrollen während des Wachstums
Während der Vegetationsperiode erfolgen stichprobenartige Kontrollen.
Dabei werden:
- Pflanzenproben direkt am Feld entnommen
- weibliche Blütenanteile untersucht
- Laboranalysen auf den THC-Gehalt durchgeführt
Die Einhaltung des Grenzwerts von 0,3 % THC ist zwingend.
Wird der Grenzwert überschritten, kann das bedeuten:
- Aberkennung von Förderungen
- Ernteverbot
- vollständiger Ertragsausfall
4. Was bedeutet das für Landwirte in der Praxis?
Der bürokratische Aufwand ist vorhanden, aber gut handhabbar, wenn man strukturiert vorgeht:
✔ Sorte rechtzeitig auswählen (EU-Sortenliste prüfen)
✔ Saatgut rechtzeitig bestellen
✔ Originaletikett sorgfältig aufbewahren
✔ Mehrfachantrag fristgerecht einreichen
✔ Blühbeginn melden (falls vorgeschrieben)
Mit sauberer Dokumentation ist der Anbau rechtlich gut absicherbar.
5. Warum diese Regeln sinnvoll sind
Die klaren Vorgaben schaffen:
- Rechtssicherheit für Landwirte
- Verbraucherschutz
- klare Abgrenzung zwischen Nutzhanf und anderen Cannabisformen
- stabile Rahmenbedingungen für die Lebensmittelproduktion
Gerade im Vertragsanbau – etwa mit regionalen Verarbeitern – ist diese Transparenz eine wichtige Grundlage für langfristige Zusammenarbeit.
Kurz zusammengefasst
Beim Hanfanbau gilt:
✔ Nur EU-gelistete Sorten verwenden
✔ Ausschließlich zertifiziertes Originalsaatgut einsetzen
✔ Originaletikett an AMA/BBK übermitteln
✔ THC-Grenzwert von 0,3 % einhalten
✔ Mit stichprobenartigen Feldkontrollen rechnen




Vorteile für die Landwirtschaft
Hanf als ausgezeichnete Vorfrucht
Nachhaltige Agrarpraktiken
Hanf ist als Vorfrucht in der Landwirtschaft äußerst wertvoll. Seine Eigenschaften tragen dazu bei, den Boden für nachfolgende Kulturen zu verbessern.
Selbstverträglichkeit und Bodenverbesserung
Wiederholter Anbau und Bodengesundheit
Der wiederholte Anbau von Hanf am gleichen Standort ist problemlos möglich, da Hanf selbstverträglich ist. Sein tiefes und weitverzweigtes Wurzelsystem verbessert zudem die Bodenstruktur.
Rasche Keimung und Unkrautunterdrückung
Effektive Beikrautkontrolle
Hanf keimt schnell und unterdrückt effektiv das Wachstum von Beikräutern. Dies ist besonders für Bio-Bauern von Vorteil, da kein zusätzlicher Pflanzenschutz erforderlich ist.
Positive Bodenwirkung und Düngung
Natürlicher Bodenverbesserer
Die Reststoffe des Hanfstrohs sind ein wertvoller organischer Dünger. Sie tragen zur Verbesserung der Bodengare bei und fördern die Bodengesundheit.
Bodenlockerung und Nährstoffkreislauf
Tiefe Wurzeln und Nährstoffaufnahme
Dank seiner ausgeprägten Pfahlwurzel lockert Hanf den Boden effektiv. Sein starkes Wurzelsystem nimmt Nährstoffe aus tieferen Schichten auf, die nach der Ernte in den Boden zurückgeführt werden, wodurch die oberen Bodenschichten angereichert werden.
Kohlenstoffbindung und Umweltschutz
Hanf als Kohlenstoffsenke
Hanf spielt eine wichtige Rolle bei der Bindung von CO2. Er fungiert als Kohlenstoffsenke, indem er durch seine tiefen Wurzeln CO2 im Boden speichert. Zudem erhöhen Biowerkstoffe aus Hanf die CO2-Speicherkapazität.
Ganzheitliche Verwertung von Hanf
Vom Lebensmittel bis zum Baumaterial
Der Hanf sollte vollständig genutzt werden. Samen und Blätter dienen als Lebensmittel, während die Stängel in Baumaterialien wie Ziegel, Dämmungen und Akustikplatten umgewandelt werden, die CO2 langfristig binden. Diese Produkte können in Projekten von Kunden der CO2 EA verwendet werden, um den Kreislauf zu schließen.



Hanf-Versuchsanbau in Hanfthal
Über 10 Jahre lang haben wir in Hanfthal erfolgreich Hanf-Versuchsanbau betrieben, bis 2023. Ursprünglich als Hobby gestartet, hatten wir jedes Jahr eine Riesenfreude daran, unser Hanfanbauversuchsfeld beim jährlichen Hanffeldtag den Hanfbauern zu zeigen.
Es war schon Tradition, dass unser Hanf-Versuchsanbau von Dr. Klaus Ofner in Kooperation mit den NÖ Landwirtschaftsschulen unter der Leitung von Dr. Rosner organisiert wurde. Diese unterstützten uns nicht nur mit Anbaumaschinen, sondern stellten auch qualifiziertes Personal zur Verfügung.
So wurden auf Parzellen von acht Metern Länge und eineinhalb Metern Breite jeweils 50, 150 und 250 Körner pro Quadratmeter ausgesät, insgesamt vier Wiederholungen. In unserem Hanfthaler Sortenversuch bewirtschafteten wir für den Hanf-Anbauversuch insgesamt 164 Parzellen.
Dr. Klaus Ofner beim Einwiegen der einzelnen Sorten laut Tausendkorngewicht
Folgende Sorten wurden im Versuchsanbau miteinander verglichen:
Fedora 17
USO 31
Futura 75
Santhica 27
Santhica 70
Ferimon 12
Felina 32
Earlina 8 FC
Finola
Orion 33
Futura 83
Das Ziel des Hanf-Versuchsanbaus war es, für unsere Region die am besten geeignete Hanfsorte zu finden und Erfahrungswerte zu erarbeiten, die wir – unter anderem im Rahmen des jährlichen Hanffeldtags – an unsere Hanf-Vertragspartner weitergaben.


Die Pflege von Hanf: Einfach und Umweltfreundlich
Vegetationsperiode und Wachstum
Zeitraum von Aussaat bis Ernte
Die Vegetationsperiode des Hanfs, also die Zeit von der Aussaat bis zur Ernte, umfasst etwa 100 Tage. Diese Zeitspanne bietet aus pflanzenbaulicher Sicht Vorteile, insbesondere für eine extensive und ökologische Landwirtschaft.
Wachstumsphasen und Bedürfnisse
Intensive Wachstumsphase
Zwischen der vierten und zehnten Woche des Wachstums erlebt Hanf seine intensivste Massenentwicklung. In dieser Zeit sind sowohl der Nährstoff- als auch der Wasserbedarf der Pflanze am höchsten. Dank seiner schnellen Jugendentwicklung und des dichten Blattwerks ist Hanf zudem ein hervorragender Unkrautunterdrücker.
Einfache Kulturpflege
Beliebtheit bei Landwirten
Hanf ist bei Landwirten aufgrund seiner unkomplizierten Kulturpflege sehr beliebt. Die Aussaat erfolgt mit herkömmlichen Drillsämaschinen und ist somit standardisiert und effizient.
Minimale Bodenbeanspruchung
Keine zusätzlichen Bodenarbeiten erforderlich
Während der Wachstumsphase des Hanfs sind keine weiteren kulturtechnischen Arbeiten notwendig. Weder Striegeln noch mechanische Hackarbeit sind erforderlich, wodurch der Boden während der gesamten Wuchsphase geschont wird. Diese Eigenschaft macht Hanf zu einer attraktiven Option für Landwirte, die Wert auf Bodenerhaltung und einfache Handhabung legen.
Schädlinge und Krankheiten im Hanfanbau
Geringer Pflanzenschutzbedarf
Widerstandsfähigkeit gegenüber Schädlingen und Krankheiten
Hanf zeichnet sich durch seine geringe Anfälligkeit für Krankheitserreger und Schädlinge aus. In der Regel sind Pestizideinsätze im Hanfanbau, auch im konventionellen Bereich, nicht erforderlich.
Gefahren im Keimstadium
Vögel, Schnecken und Erdflöhe
In der frühen Wachstumsphase können Vögel, Schnecken und Erdflöhe junge Hanfpflanzen schädigen. Es ist daher wichtig, in diesem Stadium aufmerksam zu sein.
Schädlinge während des Wachstums
Hanfmotte und Maiszünsler
Während des Längenwachstums legen die Hanfmotte und der Maiszünsler ihre Eier in den Stängel der Hanfpflanze. Die daraus schlüpfenden Larven entwickeln sich im Inneren des Stängels und können Schäden verursachen.
Häufige Krankheiten bei Hanf
Verschiedene Pilzarten als Hauptgefahren
Zu den möglichen Krankheiten, die Hanf befallen können, gehören Grauschimmel, Hanfkrebs, Phoma, Alternaria, Hanfrost und Fusarium-Arten.
1. Fusarien
Fusarien, eine Gattung der Schlauchpilze, sind für den Anbau von Hanf von Bedeutung. Sie schädigen vor allem das Wurzelsystem der Pflanze und können weißen Schimmelpilz innerhalb des Stammes verursachen. Besonders bei feuchten Bedingungen und mangelnder Luftzirkulation können Fusarien problematisch werden. Vorbeugung ist hier der Schlüssel, da einmal befallene Pflanzen oft nicht mehr gerettet werden können.
2. Rostfleckenkrankheit
Diese Krankheit, die ebenfalls zur Gattung der Fusarien gehört, äußert sich durch rot-braune Flecken auf den Blättern. Eine gute Belüftung ist entscheidend, um diese Krankheit zu verhindern.
3. Blattseptoria (Blattdürre)
Blattseptoria, ein weiterer Schlauchpilz, verursacht gelbe und braune Flecken auf den Blättern. Die Krankheit tritt meist nach Wetterperioden mit Hitze und Regen auf und kann das Wachstum der Pflanzen erheblich beeinträchtigen.
4. Echter Mehltau (Erysiphe graminis)
Echter Mehltau überzieht Teile der Pflanze mit einem weißen oder grauen Schimmelbelag. Dieser Pilz bevorzugt trockene Bedingungen und sollte frühzeitig bekämpft werden, um eine Ausbreitung zu verhindern.
5. Falscher Mehltau
Falscher Mehltau, eine andere Form von Pilzbefall, tritt unter feucht-warmen Bedingungen auf. Er ist durch grau-bläulichen Pilzrasen auf den Blattunterseiten gekennzeichnet und ist aggressiver als der echte Mehltau.
Präventive Maßnahmen
Um diese Schädlinge und Krankheiten zu vermeiden, sind präventive Maßnahmen wie die Auswahl resistenter Sorten, eine gute Belüftung der Pflanzen und die Vermeidung von übermäßiger Feuchtigkeit entscheidend. Regelmäßige Kontrollen der Pflanzen auf Anzeichen von Krankheiten und Schädlingen können helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen.
Nähere Infos in der Dissertation vom Hanfthaler Dr. Klaus Ofner

Die Ernte
Die Hanferntezeit findet je nach Region von Mitte August bis Oktober statt.
Hanf kann je nach Standort eine Größe von zwei bis vier Metern erreichen. Die Ernte erfolgt mit modernen Standardmähdreschern, welche für die Hanfernte adaptiert wurden. Für unser Klima haben sich die Sorten USO 31 und Fedora 17 bewährt.
Nach dem Drusch muss das Hanfkorn innerhalb weniger Stunden zur Trocknung gebracht werden. Wichtig ist, dass die Trocknung mit niedriger Temperatur durchgeführt wird, da sonst die Qualität darunter leidet.
Der Ertrag
Die Hanfkornernte liegt bei durchschnittlich 700kg pro Hektar.
Trockenmasse: 10 Tonnen Trockenmasse pro Hektar können unter guten Voraussetzungen (reichlich Stickstoff, keine Lehm- oder Sandböden und v.a. keine stauende Nässe) erwartet werden. Der durchschnittliche Hektarertrag an Hanfstroh bei heimischen Klima- und Bodenverhältnissen liegt zwischen 2 und 8 Tonnen.

Hanfstrohernte
Hanfstroh – wertvoller Rohstoff aus dem Acker
Beim Hanfanbau stehen oft die Samen im Mittelpunkt. Doch das Hanfstroh ist weit mehr als ein Nebenprodukt. Richtig genutzt, wird es zu einem wirtschaftlich relevanten zweiten Standbein – besonders im Vertrags- und Bioanbau.
Wichtig für Vertragslandwirte:
Hanfland bietet neben der Samenabnahme auch einen Strohabnahmevertrag an.
Damit wird die Koppelnutzung planbar und wirtschaftlich abgesichert.
Was ist Hanfstroh?
Hanfstroh entsteht nach der Samenernte und besteht aus den getrockneten Stängeln der Hanfpflanze.
Typischer Aufbau:
- ca. 1/3 Bastfasern (lang, reißfest, elastisch)
- ca. 2/3 Schäben (holziger Innenkern)
Diese Struktur macht Hanfstroh zu einem vielseitigen Rohstoff mit steigender Bedeutung in der Bioökonomie.
Wofür wird Hanfstroh verwendet?
Fasern
- Dämmstoffe
- Spezialpapier
- Textilien
- Verbundwerkstoffe
Schäben
- Tiereinstreu (hohes Saugvermögen)
- Zuschlagstoff für Leichtbaustoffe
- Hanfkalk im ökologischen Hausbau
Gerade im Bereich nachhaltiger Baustoffe wächst die Nachfrage nach regionalem Hanfstroh.
Ernte und Feldröste – was passiert nach dem Drusch?
Nach der Samenernte bleibt das Stroh zunächst am Feld liegen.
Die Feldröste (Retting)
Während der Röste bauen Mikroorganismen natürliche Bindestoffe ab. Dadurch lassen sich Fasern und Schäben später besser trennen.
Wichtig dabei:
- Witterungsabhängiger Prozess
- Dauer: mehrere Wochen
- Stroh darf bei der Bergung maximal ca. 14 % Feuchtigkeit aufweisen
Nach der Röste wird das Stroh geschwadet und gepresst.
Wirtschaftliche Bedeutung von Hanfstroh
Die Strohverwertung kann einen entscheidenden Unterschied im Deckungsbeitrag machen.
Orientierungswerte:
- Strohertrag: ca. 3–5 Tonnen pro Hektar
- Erzeugerpreise: etwa 140–220 € pro Tonne (je nach Qualität und Vertrag)
Das bedeutet:
Mehrere hundert Euro zusätzlicher Erlös pro Hektar sind möglich.
Ohne gesicherte Abnahme fällt dieser Erlösanteil jedoch komplett weg.
Koppelnutzung – Samen und Stroh gemeinsam denken
Für die kombinierte Nutzung von Hanfsamen und Hanfstroh hat sich eine höhere Saatstärke (ca. 40 kg/ha) bewährt.
Ziel ist:
- stabiler Kornertrag
- gleichzeitig verwertbares Stroh
Geeignete Sorten und eine angepasste Erntestrategie sind hier entscheidend.
Warum Strohabnahmeverträge so wichtig sind
Hanfstroh ist sperrig und transportintensiv. Ohne regionalen Abnehmer können:
- hohe Transportkosten
- fehlende Aufbereitungsinfrastruktur
- unsichere Vermarktung
die Wirtschaftlichkeit stark einschränken.
Hanfland bietet hier Sicherheit
Vertragslandwirte von Hanfland erhalten:
✔ einen Samenabnahmevertrag
✔ zusätzlich einen Strohabnahmevertrag
✔ klare Qualitätsanforderungen
✔ gesicherte Vermarktung
✔ regionale Wertschöpfung
✔ Planungssicherheit vor der Aussaat
Damit wird die Koppelnutzung realistisch kalkulierbar – nicht nur theoretisch attraktiv.
Herausforderungen beim Hanfstroh
So wertvoll Hanfstroh ist – es braucht Erfahrung:
- Erntetechnik muss mit reißfesten Fasern umgehen können
- Der Erntezeitpunkt ist ein Kompromiss zwischen Kornreife und Faserqualität
- Die Röste ist witterungsabhängig
- Logistik muss gut organisiert sein
Mit einem erfahrenen Vertragspartner lassen sich diese Punkte deutlich einfacher umsetzen.
Hanfstroh ist ein Wirtschaftsfaktor
Hanfstroh macht aus Hanf eine echte Koppelkultur.
Es stärkt die Wirtschaftlichkeit, unterstützt nachhaltige Wertschöpfung und erhöht die Stabilität im Betrieb.
Mit einem Strohabnahmevertrag von Hanfland wird daraus:
ein planbarer Erlös + ein kalkulierbares Standbein + ein vollständiges Nutzungskonzept
Hanfschäben als Tier und Garteneinstreu
Die holzigen Schäben werden nach Abtrennung der Fasern für Tiereinstreu, als Gartenmulch und als Bau- und Dämmstoffe eingesetzt.

Nachhaltigkeit von Hanf

Die Nachhaltigkeit von Hanf: Eine umweltfreundliche Wahl
Die Nachhaltigkeit von Hanf – warum diese Pflanze ökologisch Sinn macht
Hanf zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt – und gleichzeitig zu den modernsten Antworten auf aktuelle Umweltfragen. Ob als Lebensmittel, Faserrohstoff oder für weitere Anwendungen: Hanf verbindet Landwirtschaft, Klimaschutz und Ressourcenschonung auf bemerkenswerte Weise.
Gerade in einer Zeit, in der Wasserknappheit, Bodengesundheit und CO₂-Reduktion zentrale Themen sind, lohnt sich ein genauer Blick auf diese vielseitige Pflanze.
Warum ist Hanf nachhaltig?
1. Geringer Wasserbedarf
Im Vergleich zu vielen anderen Kulturen – etwa Baumwolle – benötigt Hanf deutlich weniger Wasser. Besonders nach der sensiblen Jugendphase ist die Pflanze durch ihre tiefe Pfahlwurzel in der Lage, Wasser aus unteren Bodenschichten zu erschließen.
2. Kaum Pestizide notwendig
Hanf ist von Natur aus robust. Durch sein rasches Wachstum und den schnellen Bestandsschluss unterdrückt er Unkräuter biologisch. In vielen Fällen sind daher keine Herbizide erforderlich – ein klarer Vorteil für Boden, Grundwasser und Biodiversität.
3. Schnelles Wachstum
Hanf wächst in nur 3 bis 4 Monaten zur Erntereife heran. Diese kurze Vegetationsdauer bedeutet:
- effiziente Flächennutzung
- schnelle Biomassebildung
- jährliche Erntezyklen
Im Vergleich zu langfristig wachsenden Rohstoffen ist das ein deutlicher ökologischer Vorteil.
4. Bodenverbessernde Wirkung
Die tiefe Pfahlwurzel lockert den Boden biologisch auf und verbessert die Struktur. Gleichzeitig bleiben organische Rückstände zurück, die Humusbildung und Bodenleben fördern.
Hanf wirkt damit nicht nur als Kulturpflanze, sondern auch als aktiver Bodenpartner.
5. CO₂-Speicherung
Hanf bindet während seines Wachstums erhebliche Mengen Kohlendioxid.
In Österreich kann Hanf pro Hektar etwa 10 bis 15 Tonnen CO₂ speichern. Diese Fähigkeit macht ihn zu einer interessanten Kultur im Kontext klimafreundlicher Landwirtschaft.
Hanf im Vergleich zu Holz
Beide sind nachwachsende Rohstoffe – aber sie unterscheiden sich deutlich.
Wachstumsgeschwindigkeit
Hanf:
Ernte nach 3–4 Monaten möglich.
Holz:
Benötigt viele Jahre oder Jahrzehnte bis zur Nutzung.
CO₂-Speicherung
Hanf:
Speichert 10–15 Tonnen CO₂ pro Hektar innerhalb einer Vegetationsperiode.
Holz:
Kann 10–20 Tonnen CO₂ pro Hektar speichern – allerdings über einen wesentlich längeren Zeitraum.
Nutzungsmöglichkeiten
Hanf:
- Lebensmittel (Samen, Öl, Protein)
- Textilien
- Baustoffe
- Dämmmaterial
- Naturkosmetik
- Tierfutter
Holz: Möbel, Bau
- Papier
Hanf zeichnet sich durch die vollständige Nutzbarkeit aller Pflanzenteile aus – von der Wurzel bis zum Samen.
Umweltfreundliche Hanfprodukte
Hanfsamen und Hanföl
Hanfsamen sind nährstoffreich und vielseitig einsetzbar. Ihre Produktion kann ressourcenschonend erfolgen – besonders im biologischen Anbau mit kurzen Transportwegen.
CBD-Produkte aus Hanf
CBD wird aus Hanf gewonnen und findet in Ölen, Kosmetik oder Pflegeprodukten Anwendung. Entscheidend für die Nachhaltigkeit ist:
- kontrollierter Anbau
- ökologische Bewirtschaftung
- transparente Verarbeitung
Nachhaltige Hanfverarbeitung
Nachhaltigkeit endet nicht am Feld. Auch in der Verarbeitung spielt sie eine Rolle:
Recycling und Upcycling
Hanffasern können wiederverwertet und für neue Produkte genutzt werden.
Energieeffiziente Verarbeitung
Moderne Technologien senken den Energieverbrauch bei Pressung, Reinigung oder Faseraufbereitung.
Kreislaufwirtschaft
Idealerweise werden Nebenprodukte weiterverarbeitet – Presskuchen, Fasern oder Schäben finden neue Einsatzbereiche. So entsteht ein geschlossener Kreislauf mit minimalem Abfall.
Die Zukunft von Hanf als nachhaltige Ressource
Hanf hat das Potenzial, eine wichtige Rolle in einer nachhaltigen Landwirtschaft und Bioökonomie einzunehmen. Als Alternative zu ressourcenintensiven Materialien kann er:
- Wasser sparen
- Böden verbessern
- CO₂ binden
- regionale Wertschöpfung stärken
Mit weiterer Forschung und Investitionen in Verarbeitungstechnologien kann dieses Potenzial noch besser genutzt werden.
Fazit
Hanf ist keine Modepflanze. Er ist eine durchdachte, vielseitige und ökologische Kultur mit großem Zukunftspotenzial.
Wer auf Hanf setzt – im Anbau oder als Konsument – entscheidet sich für:
✔ Ressourcenschonung
✔ Bodenverbesserung
✔ CO₂-Bindung
✔ Vielseitige Nutzungsmöglichkeiten
✔ Nachhaltige Wertschöpfung
Hanf ist damit eine kluge Wahl für alle, die Landwirtschaft, Umwelt und Verantwortung zusammendenken.
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