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Bio-CBD-Öl bei Hanfland, goldener Öltropfen in Nahaufnahme

CBD einfach erklärt: Was Cannabidiol ist und was es rechtlich darf

Auf einen Blick

  • CBD (Cannabidiol) ist das mengenmäßig häufigste Cannabinoid im Nutzhanf. Es wirkt nicht berauschend und fällt in Österreich nicht unter das Suchtmittelgesetz.
  • Der Europäische Gerichtshof hat 2020 festgestellt, dass CBD nach dem damaligen Stand der Wissenschaft kein Suchtgift darstellt (Rechtssache C-663/18).
  • Nutzhanf in Österreich darf maximal 0,3 % THC enthalten und muss aus Sorten des EU-Sortenregisters stammen.
  • Das Endocannabinoid-System ist ein körpereigenes Signalsystem aus Rezeptoren, körpereigenen Botenstoffen und Enzymen. Es existiert unabhängig von der Hanfpflanze, der Name kommt nur daher, dass es über Hanf entdeckt wurde.
  • Wichtig und ehrlich: Für CBD gibt es in der EU keinen einzigen zugelassenen gesundheitsbezogenen Claim. Deshalb steht in diesem Beitrag keine Wirkaussage, auch wenn wir CBD-Produkte im Sortiment haben.

Lesezeit 10 Min  ·  Von Mag. Gerda Steinfellner, Ernährungswissenschafterin  ·  Aktualisiert September 2026

Vor einiger Zeit hat mich beim Einkaufen in Laa eine Frau angesprochen. Sie hielt ein Fläschchen CBD-Öl hoch und sagte: „Gerda, ich kaufe das jetzt seit einem Jahr, und ehrlich gesagt weiß ich immer noch nicht, was es eigentlich macht.“

Ich habe gelacht, aber nicht über sie. Sondern weil ich diese Frage ständig höre und weil ich sie ihr nicht beantworten durfte. Nicht aus Unwissen, sondern weil es für CBD in der EU keine einzige zugelassene Aussage über eine gesundheitliche Wirkung gibt. Wer ihr an dem Tag etwas versprochen hätte, hätte sich das ausgedacht.

Genau das ist der Grund für diesen Beitrag. Auf der einen Seite stehen große Versprechen, auf der anderen pauschale Skepsis, dazwischen Preisunterschiede vom Drei- bis Zehnfachen. Was fehlt, ist das Dazwischen: was CBD ist, was das Endocannabinoid-System tatsächlich ist, wie die Rechtslage aussieht und woran du ein sauberes Produkt erkennst. Nach diesem Beitrag kannst du die Flasche im Regal selbst einordnen und weißt auch, welche Fragen offen bleiben.

Was CBD ist und was es nicht ist

Kaum ein Thema rund um Hanf ist so mit Halbwissen zugewachsen wie CBD. Auf der einen Seite Heilsversprechen, auf der anderen die Sorge, man kaufe da etwas Verbotenes. Beides ist falsch, und beides hält Menschen davon ab, sich sachlich zu informieren.

CBD steht für Cannabidiol. Es ist eines von über hundert Cannabinoiden, die in der Hanfpflanze vorkommen, und im Nutzhanf das mengenmäßig häufigste. Gewonnen wird es aus Blüten und Blättern, nicht aus den Samen. Das ist der wichtigste Unterschied zum Hanföl, das ein Speiseöl aus Hanfsamen ist und praktisch kein CBD enthält.

CBD wirkt nicht berauschend. Es hat keine psychotrope Wirkung und fällt in Österreich nicht unter das Suchtmittelgesetz. Der Europäische Gerichtshof hat das 2020 in der Rechtssache C-663/18 bestätigt: Nach dem damaligen Stand der Wissenschaft ist CBD kein Suchtgift.

In Hanfthal wird seit 2004 Hanf angebaut, allerdings Speisehanf für Samen, Öl und Protein. Die CBD-Produkte in unserem Sortiment stellen wir nicht selbst her: Sie kommen von BioBloom aus Apetlon im Burgenland. Ich habe sie ausgewählt, weil dort die Labordokumentation lückenlos ist. Das schreibe ich dazu, damit klar ist, wo unsere eigene Erfahrung endet und wo wir Handelsware führen.


Das Endocannabinoid-System einfach erklärt

Hier wird es interessant, und hier wird auch am meisten Unsinn erzählt. Also der Reihe nach.

Das Endocannabinoid-System ist ein körpereigenes Signalsystem. „Endo“ heißt „innen“: Es ist also das System, das dein Körper selbst betreibt, ganz ohne Hanf. Entdeckt wurde es erst in den 1990er-Jahren, und zwar auf einem Umweg. Forschende suchten nach dem Grund, warum Cannabis-Inhaltsstoffe im Körper überhaupt andocken können. Dabei fanden sie das System, das dafür zuständig ist. Daher der Name, nicht, weil der Körper Hanf bräuchte.

Die drei Bestandteile

1 · Die Rezeptoren

Zwei sind gut beschrieben: CB1 sitzt vor allem im Nervensystem und im Gehirn, CB2 überwiegend auf Zellen des Immunsystems und in peripherem Gewebe. Man kann sie sich als Schlösser vorstellen, die auf bestimmte Botenstoffe reagieren.

2 · Die körpereigenen Botenstoffe

Die bekanntesten heißen Anandamid und 2-AG. Der Körper stellt sie bei Bedarf her. Sie werden nicht auf Vorrat gelagert, sondern dort gebildet, wo sie gebraucht werden.

3 · Die Enzyme

Sie bauen die Botenstoffe wieder ab, sobald das Signal erledigt ist. Aufbau und Abbau zusammen sorgen dafür, dass das System kurz und gezielt arbeitet statt dauerhaft.

CB1 und CB2: wo die beiden Rezeptoren sitzen

RezeptorWo er überwiegend vorkommtAn welchen körpereigenen Abläufen er beteiligt ist
CB1Gehirn und NervensystemSignalübertragung zwischen Nervenzellen, Appetitregulation
CB2Zellen des Immunsystems, Darm, KnochengewebeAbläufe im Immunsystem, Knochenstoffwechsel

Die Tabelle beschreibt die beiden Rezeptoren, nicht die Wirkung von CBD. Sie sagt, wo im Körper sie sitzen und an welchen Abläufen sie beteiligt sind, nicht, dass CBD dort irgendetwas bewirkt.

Der Unterschied zwischen den beiden Cannabinoiden liegt genau hier: THC dockt direkt an CB1 im Gehirn an, deshalb wirkt es berauschend. CBD tut das kaum. Was es stattdessen tut, ist Gegenstand laufender Forschung, und an diesem Punkt höre ich auf.

In der Forschung wird das Endocannabinoid-System als ein regulierendes System beschrieben, das an vielen Abläufen im Körper beteiligt ist, unter anderem an der Signalübertragung zwischen Nervenzellen. Ein oft verwendetes Bild ist das eines Feinreglers: Es stellt nicht an und aus, sondern justiert nach.

Was ich dir auch noch sagen möchte

An dieser Stelle enden in vielen Artikeln die Fakten, und die Interpretation beginnt. Man liest dann, CBD „bringe das System ins Gleichgewicht“ oder „aktiviere“ es. Das steht hier bewusst nicht. Das Endocannabinoid-System ist gut beschrieben. Was CBD darin genau tut und was daraus für gesunde Menschen folgt, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Und rechtlich darf ich dazu ohnehin keine Aussage treffen, mehr dazu weiter unten.

Gerdas Einordnung

„Das Endocannabinoid-System ist einer der spannendsten Funde der letzten Jahrzehnte in der Physiologie. Genau deshalb ärgert es mich, wenn es in der Werbung zum Zauberwort verkommt. Ein System zu kennen heißt nicht, es steuern zu können.“


CBD, THC, CBDA, CBG: die Cannabinoid-Familie

In der Hanfpflanze stecken über hundert Cannabinoide. Diese vier begegnen dir am häufigsten:

KürzelNameWas du wissen solltest
CBDCannabidiolHäufigstes Cannabinoid im Nutzhanf. Nicht berauschend, kein Suchtmittel.
THCTetrahydrocannabinolDas berauschende Cannabinoid. In Nutzhanf nur in Spuren, die Grenze liegt in Österreich bei 0,3 %.
CBDACannabidiolsäureDie Säureform, wie sie in der frischen Pflanze vorliegt. Durch Wärme wird daraus CBD (Decarboxylierung).
CBGCannabigerolGilt als Ausgangsstoff, aus dem die Pflanze andere Cannabinoide bildet. Deshalb oft „Mutter-Cannabinoid“ genannt.

Dazu kommen Terpene, die Duft- und Aromastoffe, die es in allen Pflanzen gibt, und Flavonoide, sekundäre Pflanzenstoffe. Beide prägen Geruch und Geschmack eines Vollextrakts deutlich mit.

Terpene und Flavonoide: was sonst noch in der Hanfpflanze steckt

Cannabinoide sind nicht die einzigen sekundären Pflanzenstoffe im Hanf. Pflanzen bilden solche Stoffe unter anderem, um sich vor Schädlingen zu schützen. Für den typischen Hanfduft sorgen Terpene: Myrcen riecht erdig, Limonen nach Zitrus, Pinen nach Kiefer, Linalool blumig und Caryophyllen pfeffrig. Viele davon kennst du aus anderen Pflanzen, Limonen aus der Zitrone und Linalool aus dem Lavendel.

Dazu kommen Flavonoide wie Quercetin und Apigenin, die auch in Äpfeln, Zwiebeln, Petersilie und Kamille stecken, und die Cannflavine, die bisher vor allem aus dem Hanf bekannt sind. Geforscht wird an diesen Stoffen viel, meist im Labor. Wirkungen beim Menschen lassen sich daraus heute nicht ableiten.


Vollspektrum, Breitspektrum oder Isolat?

Diese drei Begriffe stehen auf fast jedem Etikett und beschreiben, wie viel von der Pflanze im Extrakt übrig ist.

  • Vollspektrum: Der komplette Auszug mit allen Cannabinoiden, Terpenen und Flavonoiden, einschließlich der gesetzlich zulässigen Spuren THC. Geschmacklich kräftig, dunkel, herb-grasig.
  • Breitspektrum: Wie Vollspektrum, aber THC wurde gezielt entfernt.
  • Isolat: Reines, isoliertes CBD, ein weißes Pulver ohne die übrigen Pflanzenstoffe. Geschmacksneutral.

In der Branche kursiert dazu der Begriff „Entourage-Effekt“: die Annahme, dass die Pflanzenstoffe im Zusammenspiel anders wirken als einzeln. Das ist eine Hypothese aus der Forschung, kein belegter Wirknachweis und schon gar keine zugelassene Aussage. Ich nenne den Begriff hier nur, weil er dir überall begegnen wird und du wissen sollst, was dahintersteckt.


Die Rechtslage in Österreich: Stand heute

Das ist der Abschnitt, den die meisten Anbieter überspringen. Ich halte ihn für den wichtigsten, weil er erklärt, warum CBD-Produkte so seltsam beschriftet sind.

Anbau und THC-Grenze

Gewerblicher Hanfanbau in der EU ist nur mit Sorten aus dem EU-Sortenregister erlaubt, auf gemeldeten und kontrollierten Flächen. In Österreich darf der THC-Gehalt während des Wachstums 0,3 % nicht überschreiten. Produkte aus Sorten außerhalb dieses Registers dürfen in der EU nicht verkauft werden, unabhängig vom THC-Gehalt.

Warum „Aromaextrakt“ auf der Flasche steht

Ende 2018 verfügte das österreichische Gesundheitsministerium per Erlass, dass CBD-Produkte nicht als Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel deklariert werden dürfen, mit Verweis auf die Novel-Food-Verordnung. Novel Food meint Lebensmittel, die vor dem 15. Mai 1997 in der EU nicht in nennenswertem Umfang verzehrt wurden und deshalb ein eigenes Zulassungsverfahren brauchen.

Seither deklarieren österreichische Produzenten ihre CBD-Öle als Aromaextrakt. Aromaextrakte sind Lebensmittel, fallen aber nicht unter Novel Food. Deshalb steht dieser Begriff auf den Etiketten, nicht als Marketingwort, sondern als lebensmittelrechtliche Einordnung.

Das Verfahren läuft noch

Eine abschließende Novel-Food-Zulassung für CBD gibt es bis heute nicht. Die europäische Hanfbranche betreibt seit Jahren ein gemeinsames Zulassungsverfahren. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat im Februar 2026 einen ersten vorläufigen Sicherheitswert veröffentlicht, den die Branche als zu vorsichtig kritisiert. Wie die Mitgliedsstaaten mit CBD-Lebensmitteln umgehen, ist bis heute uneinheitlich. Frankreich etwa hat den Verkauf essbarer CBD-Produkte im Mai 2026 untersagt.

Was ich dir auch noch sagen möchte

Rechtslage und Bewertung ändern sich in diesem Bereich laufend. Was hier steht, ist der Stand bei der letzten Aktualisierung dieses Beitrags und ersetzt keine Rechtsberatung. Wer CBD-Produkte gewerblich in Verkehr bringt, sollte die aktuelle Lage fachlich prüfen lassen.


Woran du Qualität erkennst

Weil man einem Fläschchen nichts ansieht, hier die Merkmale, auf die ich selbst achte und nach denen ich unser Sortiment ausgewählt habe.

  • Chargenweise Laborprüfung durch ein unabhängiges Labor. Nicht ein Prüfbericht für alles, sondern pro Charge. Auf Cannabinoid-Profil und Rückstände.
  • Nachvollziehbare Herkunft. Welcher Betrieb, welches Land, welche Felder. Wenn das nirgends steht, ist das die Antwort.
  • CO₂-Extraktion ohne Lösungsmittel. Schonendes Verfahren, keine Rückstände von Extraktionsmitteln.
  • Bio-Zertifizierung für Anbau und Verarbeitung.
  • Klare Mengenangabe pro Tropfen. Nur so lässt sich überhaupt nachvollziehen, was man nimmt.
  • Korrekte Kennzeichnung: „Aromaextrakt“, kein Arzneimittel, Hinweis für Schwangere, Stillende und Minderjährige. Wer stattdessen Heilversprechen aufs Etikett schreibt, sagt damit etwas über seine Sorgfalt insgesamt.

Gerdas Praxistest: eine Mail, eine Antwort

Wenn du bei einem Anbieter unsicher bist, schreib ihm eine Zeile: „Können Sie mir bitte das Analysezertifikat zu der Charge schicken, die ich bekommen würde?“

Wie schnell und wie konkret die Antwort kommt, sagt dir mehr als jeder Werbetext. Wer chargenweise prüfen lässt, hat das Dokument griffbereit. Wer ausweicht, allgemein wird oder auf einen alten Sammelbericht verweist, hat es nicht. Das ist der einzige Qualitätstest in diesem Beitrag, den du selbst durchführen kannst, und er kostet dich zwei Minuten.

Die CBD-Öle in unserem Sortiment stammen von BioBloom aus Apetlon: Bio-Austria-zertifizierter Hanf, CO₂-Extraktion, österreichisches Bio-Hanfsamenöl als Trägeröl, als Aromaextrakt deklariert, chargenweise laborgeprüft. Erhältlich in 8 %, 10 % und 20 %.

Gerdas Tipp zur Orientierung

Die Prozentzahl sagt nichts über Qualität, sondern nur über die Konzentration. Das 8-%-Öl ist die mildeste Konzentration. Beim 10-%-Öl sind es rund 5 mg pro Tropfen, eine glatte Rechnung. Das 20-%-Öl enthält dieselbe Menge in der Hälfte der Tropfen.


Anwendung, Lagerung, Haltbarkeit

Das ist der praktische Teil und der, nach dem die meisten erst nach dem Kauf suchen. Hier geht es ausschließlich um die Handhabung: wie man das Fläschchen benutzt, wie man es aufbewahrt und woran man erkennt, dass es nicht mehr frisch ist. Was CBD im Körper macht, steht hier nicht, aus dem Grund, der weiter unten erklärt ist.

Unter die Zunge, nicht in den Kaffee

Die übliche Anwendung ist unter der Zunge: Tropfen dort etwa eine halbe bis eine Minute lassen, dann schlucken. So ist auch die Pipette gebaut. Wie viel du nimmst, steht auf dem Etikett. Ich gebe dazu bewusst keine eigene Empfehlung ab, und im Abschnitt „Was ich bewusst nicht behaupte“ steht, warum.

Der Geschmack

Vollspektrum-Öl schmeckt herb, grasig und leicht bitter. Das ist kein Fehler, sondern das Pflanzenspektrum. Ein geschmacksneutrales Öl wäre ein Isolat. Wer damit fremdelt: die Tropfen auf einen Löffel geben statt direkt in den Mund und danach etwas trinken. Nicht direkt davor die Zähne putzen, das verzerrt den Geschmack zusätzlich.

Lagerung

  • Dunkel und kühl. Licht und Wärme setzen Pflanzenölen zu. Das Braunglas hilft wenig, wenn die Flasche auf der Fensterbank steht.
  • Aufrecht stehend, Verschluss fest zu. Die Pipette nicht offen liegen lassen.
  • Nicht erhitzen. Weder zum Kochen noch zum Backen verwenden.
  • Trübung bei Kälte ist normal. Hanfsamenöl als Trägeröl kann bei niedrigen Temperaturen eintrüben oder flockig wirken. Bei Raumtemperatur klärt es sich wieder.

Haltbarkeit

Maßgeblich ist das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Flasche, dazu die Angabe des Herstellers zur Verwendung nach dem Anbruch. Ein verlässlicheres Signal als jedes Datum ist die Nase: Pflanzenöle werden mit der Zeit ranzig, und das riecht man. Wenn ein Öl kratzig-alt riecht oder scharf schmeckt, gehört es weg, unabhängig davon, was auf dem Etikett steht.

Gerdas Tipp zur Orientierung

Kauf die Flaschengröße, die du in überschaubarer Zeit aufbrauchst. Ein großes Fläschchen, das ein Jahr im Schrank steht, ist kein Sparen. Bei Pflanzenölen ist die angebrochene Flasche immer das schwächste Glied. Dieselbe Regel gilt bei uns übrigens für Hanföl.


Was ich bewusst nicht behaupte und warum

Wenn du bis hierher gelesen hast, ist dir vielleicht aufgefallen, dass in diesem Beitrag nirgends steht, wofür CBD gut sein soll. Das ist kein Versehen.

Gesundheitsbezogene Aussagen über Lebensmittel sind in der EU streng geregelt. Eine Wirkaussage darf nur treffen, wer sich auf einen zugelassenen Claim stützen kann, eine geprüfte, wörtlich festgelegte Formulierung. Für Alpha-Linolensäure im Hanföl gibt es so einen Claim, für Vitamin E auch. Für CBD gibt es keinen einzigen. Nicht einen.

Das heißt nicht, dass die Forschung zu CBD abgeschlossen ist. Es heißt, dass es nach dem heutigen Stand der Prüfung keine bestätigte Aussage gibt, die ich als Anbieterin treffen dürfte. Wer trotzdem mit Wirkung wirbt, mit Schlaf, Stress, Schmerz oder Regeneration, tut das ohne Deckung. Auch dann, wenn es nett formuliert ist und ein „kann“ davorsteht.

Mir ist bewusst, dass ein Beitrag ohne Wirkversprechen weniger verkauft als einer mit. Ich halte es trotzdem so. Wenn du CBD ausprobieren willst, sollst du das mit klarem Kopf tun und wissen, was belegt ist und was nicht.

Was ich dir auch noch sagen möchte

Wenn du verschreibungspflichtige Medikamente nimmst, besprich die Einnahme von CBD vorher ärztlich, Wechselwirkungen sind möglich. Für Schwangere, Stillende und Minderjährige sind CBD-Produkte nicht geeignet.


Häufige Fragen, ehrlich beantwortet

Ist CBD in Österreich legal?

CBD ist kein Suchtmittel und fällt nicht unter das Suchtmittelgesetz. Der Europäische Gerichtshof hat 2020 in der Rechtssache C-663/18 festgestellt, dass CBD nach dem damaligen Stand der Wissenschaft kein Suchtgift darstellt. Voraussetzung ist, dass der THC-Gehalt 0,3 Prozent nicht überschreitet und der Hanf aus einer im EU-Sortenregister gelisteten Sorte stammt. Die lebensmittelrechtliche Einstufung ist davon getrennt zu betrachten.

Macht CBD high?

Nein. CBD hat keine psychotrope Wirkung. Für den Rausch ist THC verantwortlich, ein anderes Cannabinoid, das in Nutzhanf nur in Spuren vorkommt, in Österreich maximal 0,3 Prozent.

Was ist der Unterschied zwischen CBD-Öl und Hanföl?

Es sind zwei verschiedene Produkte. Hanföl ist ein Speiseöl, kaltgepresst aus Hanfsamen, und enthält praktisch kein CBD. CBD-Öl besteht aus einem Extrakt der Blüten und Blätter, gelöst in einem Trägeröl, häufig ebenfalls Hanfsamenöl. Wer Omega-3 für die Küche sucht, braucht Hanföl.

Was ist das Endocannabinoid-System?

Ein körpereigenes Signalsystem aus drei Bausteinen: Rezeptoren (vor allem CB1 im Nervensystem und CB2 auf Immunzellen), körpereigenen Botenstoffen wie Anandamid und 2-AG sowie Enzymen, die diese Botenstoffe wieder abbauen. Es existiert unabhängig von der Hanfpflanze und wurde in den 1990er-Jahren bei der Suche nach den Andockstellen für Cannabis-Inhaltsstoffe entdeckt. Daher der Name.

Warum steht „Aromaextrakt“ auf CBD-Ölen?

Weil CBD-Produkte in Österreich seit einem Erlass von Ende 2018 nicht als Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel deklariert werden dürfen, begründet mit der Novel-Food-Verordnung. Aromaextrakte sind Lebensmittel, fallen aber nicht unter Novel Food. Die Bezeichnung ist also eine lebensmittelrechtliche Einordnung, kein Marketingbegriff.

Wird CBD im Drogentest angezeigt?

Übliche Drogentests sind auf THC ausgelegt, nicht auf CBD. Vollspektrum-Produkte enthalten allerdings gesetzlich zulässige Spuren THC. Wer regelmäßig getestet wird, etwa beruflich oder im Sport, sollte das mit der zuständigen Stelle klären, statt sich auf allgemeine Aussagen zu verlassen.

Was bedeutet Vollspektrum?

Ein Vollspektrum-Extrakt enthält das gesamte natürliche Spektrum der Pflanze: neben CBD auch weitere Cannabinoide wie CBG, CBC, CBN und CBDV sowie Terpene und Flavonoide, einschließlich der zulässigen Spuren THC. Breitspektrum ist dasselbe ohne THC, ein Isolat enthält ausschließlich reines CBD.

Wie wird CBD-Öl angewendet und wie lagert man es?

Üblich ist die Anwendung unter der Zunge: Tropfen dort etwa eine halbe bis eine Minute lassen, dann schlucken. Die Menge steht auf dem Etikett. Aufbewahrt wird die Flasche dunkel, kühl, aufrecht und fest verschlossen. Nicht erhitzen. Eine Eintrübung bei Kälte ist normal und verschwindet bei Raumtemperatur wieder. Maßgeblich für die Haltbarkeit ist das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Flasche. Riecht das Öl ranzig, gehört es unabhängig davon weg.

Warum steht hier nichts über die Wirkung von CBD?

Weil es in der EU keinen einzigen zugelassenen gesundheitsbezogenen Claim für CBD gibt. Gesundheitsbezogene Aussagen über Lebensmittel dürfen nur mit geprüften, wörtlich festgelegten Formulierungen getroffen werden. Für CBD existiert keine solche Formulierung, deshalb steht hier keine Wirkaussage.

Quellen und Grundlagen
  • Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19. November 2020, Rechtssache C-663/18 (Einstufung von CBD).
  • Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 und Verordnung (EU) Nr. 432/2012, zugelassene gesundheitsbezogene Angaben. Für CBD ist keine Angabe zugelassen.
  • Verordnung (EU) 2015/2283 über neuartige Lebensmittel (Novel Food) sowie der Novel-Food-Katalog der Europäischen Kommission.
  • Erlass des österreichischen Gesundheitsministeriums vom Dezember 2018 zur Deklaration cannabinoidhaltiger Erzeugnisse.
  • EU-Sortenregister für Nutzhanf; THC-Grenzwert 0,3 % in Österreich.
  • Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): vorläufiger Sicherheitswert für CBD, Februar 2026.
  • Produktangaben und Laborberichte BioBloom GmbH, 7143 Apetlon, Österreich.

CBD-Öle von BioBloom

Bio-CBD-Tropfen 8 %

Vollspektrum, die mildeste Konzentration.

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Bio-CBD-Tropfen 10 %

Vollspektrum, rund 5 mg CBD pro Tropfen.

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Bio-CBD-Tropfen 20 %

Vollspektrum, dieselbe Menge in der Hälfte der Tropfen.

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Warum ich über CBD nüchtern schreibe

Mag. Gerda Steinfellner · Ernährungswissenschafterin · Hanfland GmbH

CBD ist das Thema, bei dem in unserer Branche am meisten versprochen und am wenigsten belegt wird. Ich habe die Öle in unser Sortiment genommen, weil Herkunft und Labordokumentation stimmen, nicht, weil ich dir sagen könnte, was sie bewirken. Diese Trennung halte ich durch, auch wenn sie Umsatz kostet.

Was ich dir auch noch sagen möchte:

Dieser Beitrag ist Information, keine Beratung, weder medizinisch noch rechtlich. Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten bitte vorher ärztlich abklären. Für Schwangere, Stillende und Minderjährige sind CBD-Produkte nicht geeignet.

Beim Recherchieren und Formulieren hilft mir KI. Was hier steht, habe ich gelesen, nachgerechnet und freigegeben, und dafür stehe ich mit meinem Namen.

Was von uns kommt und was nicht:

Unser Hanf kommt von unserem Hanfland-Anbau in Hanfthal im Weinviertel und von unseren Bio-Vertragsanbaupartnern in Niederösterreich. Daraus entstehen Hanfsamen und Hanföl. Die CBD-Öle sind Handelsware von BioBloom aus Apetlon, von mir ausgewählt. Günther kümmert sich um Boden und Anbau, ich um die Frage, was das für dich bedeutet. Von A bis Z … vom Acker bis zur Zelle.

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