Bio-Hanf aus Österreich: wo er wächst und seit wann
Auf einen Blick
- Unser Hanf wächst in Hanfthal im Weinviertel und bei Vertragsanbaupartnern in Niederösterreich.
- Angebaut wird hier seit 2004, seit 2016 in Bio-Qualität.
- Hanfthal wird 1149 urkundlich erwähnt … der Name kommt nicht von ungefähr.
- Geschält wird bei einem Partnerbetrieb in Niederösterreich … Anbau und Verarbeitung bleiben im selben Bundesland.
- Unsere Landwirtschaft arbeitet nach den Richtlinien von Bio Austria. Kontrolliert wird Hanfland von der Bio-Kontrollstelle AT-BIO-301 … die Nummer steht auf jedem Hanfland-Produkt, weil wir selbst abfüllen.
- Weil die heimische Menge begrenzt ist und 2026 die Trockenheit dazukam, steht daneben ein 2-kg-Vorratspack mit geschälten Bio-Hanfsamen aus der EU … von einem Produzenten, den wir persönlich kennen.
- Auf denselben Feldern wachsen Bio-Belugalinsen und Flohsamen.
- Warum das zählt: Ein großer Teil des Hanfs im Handel kommt heute aus Osteuropa. Bei uns steht die Herkunft auf der Packung, weil sie nachprüfbar ist.
HERKUNFT · Hanfland GmbH, Hanfthal im Weinviertel
Wo unser Hanf wächst
Hanfthal liegt im nördlichen Weinviertel, zwanzig Minuten von der tschechischen Grenze. Der Ort wird 1149 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, und der Name ist keine Marketingidee: Hanf war hier über Jahrhunderte ein selbstverständlicher Teil der Landwirtschaft.
Auf diesen Böden wächst unser Hanf. Dazu kommen Flächen unserer Vertragsanbaupartner in Niederösterreich … alle im selben Klimaraum, alle mit kurzen Wegen zur Verarbeitung.
Das Weinviertel ist trocken und warm, mit deutlichen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Für Hanf sind das gute Bedingungen: Die Pflanze kommt mit wenig Wasser aus und wurzelt tief.
Seit wann
Warum Herkunft bei Hanf besonders zählt
Hanfsamen sehen überall gleich aus. Ob sie aus dem Weinviertel kommen oder aus einem Container, sieht man der Packung nicht an … und beim Rohstoffpreis liegen Welten dazwischen.
Seit einigen Jahren drängen große Mengen günstiger Ware aus Osteuropa auf den Markt. Das ist kein Vorwurf, das ist Wettbewerb. Für uns hatte es Folgen: Wir haben unser Sortiment auf die Produkte reduziert, die wirtschaftlich tragfähig sind, statt beim Preis mitzugehen.
Was das für dich heißt: Wenn auf einer Packung „aus Österreich“ steht, ist das eine überprüfbare Aussage über Felder, Betriebe und Namen … oder es ist eine Behauptung. Bei uns kannst du zum Feld fahren. Der Hanferlebnispfad in Hanfthal ist öffentlich zugänglich.
Ehrliche Einschränkung: Nicht jeder Hanfsamen in unseren Produkten wächst auf unseren eigenen Feldern. Ein Teil kommt von unseren Vertragsanbaupartnern in Niederösterreich … deshalb schreiben wir „aus Hanfthal und von österreichischen Partnerbetrieben“ und nicht „alles von unseren Feldern“. Und ein Teil des Sortiments kommt bewusst nicht aus Österreich. Warum, steht im nächsten Abschnitt … nicht im Kleingedruckten.
Wenn der österreichische Hanf nicht reicht
Österreichischer Bio-Hanf ist keine beliebig vermehrbare Ware. Es gibt eine bestimmte Zahl an Hektar, eine Ernte im Jahr, und wenn die aufgebraucht ist, ist sie aufgebraucht. Daran ändert auch der beste Vorsatz nichts.
2026 kam die Trockenheit dazu. Ein Sommer, in dem zur falschen Zeit kein Regen fällt, macht aus einer normalen Ernte eine Missernte. Hanf ist genügsam und wurzelt tief … unverwundbar ist er nicht.
Damit standen wir vor zwei Möglichkeiten: das Regal leer lassen, bis wieder geerntet wird. Oder eine Alternative anbieten. Wir haben uns für die Alternative entschieden … und dafür nicht auf dem Rohstoffmarkt eingekauft.
Der 2-kg-Vorratspack
Geschälte Bio-Hanfsamen aus der EU, im Familien-Vorratspack. Sie kommen von einem Produzenten, den wir persönlich kennen … nicht über einen Zwischenhändler und nicht über eine Ausschreibung. Bio-zertifiziert ist die Ware ohnehin, sonst stünde sie hier gar nicht … nach EU-Bio-Verordnung, nicht nach Bio Austria. Auch dieser Unterschied gehört dazugesagt. Zwei Kilo kauft niemand aus Neugier: Diese Packung ist für Haushalte gedacht, bei denen Hanfsamen täglich am Tisch stehen.
Das klingt im ersten Moment nach einem Widerspruch zu dem, was ein paar Zeilen weiter oben steht. Ist es aber nicht. Der Unterschied liegt nicht darin, ob Ware eine Grenze überquert, sondern ob man weiß, von wem sie kommt … und ob man es dazuschreibt.
Die EU-Ware ersetzt den heimischen Hanf nicht, sie steht daneben. Auf der Packung ist ausgewiesen, woher die Samen stammen. Wer österreichische Herkunft will, greift zu den Gebinden aus Hanfthal. Wer Menge braucht und mit EU-Bio gut leben kann, findet hier eine Möglichkeit, die wir selbst geprüft haben.
Bio-Hanfsamen geschält (EU), 2 kg ansehen ›
Wo welcher Schritt passiert
Angebaut wird in Hanfthal und bei unseren Vertragsanbaupartnern. Geschält werden die Samen bei einem Partnerbetrieb in Niederösterreich … also im selben Bundesland, in dem sie gewachsen sind.
Bis vor Kurzem haben wir das selbst gemacht. In Heidenreichstein stand unsere eigene Schälanlage, gebaut 2013, in Betrieb seit 2014. Wir haben sie aufgegeben, als die Mengen sie nicht mehr getragen haben … der Preisdruck aus Osteuropa hat auch bei uns Spuren hinterlassen.
Gepresst wird rund zehn Kilometer entfernt. Das ist die Zahl, die zählt: Zehn Kilometer zwischen Samen und Öl erreicht kein Anbieter, der in Osteuropa presst und anderswo abfüllt.
Abgefüllt wird wieder in Hanfthal. Auf Günther Schmids Hof steht unser Lager: Dort kommen die Hanfsamen in Big Bags an, und dort werden sie in die Beutel gefüllt, die du in die Hand nimmst. Deshalb steht auf jedem Hanfland-Produkt unsere Kontrollnummer … kontrolliert wird, wer abfüllt.
Was davon geblieben ist: Der Weg vom Feld zur fertigen Packung hat heute eine Station mehr. Er bleibt aber innerhalb Österreichs, und das ist der Teil, auf den es bei der Herkunft ankommt … kurze Wege statt Besitzbehauptungen.
Was auf denselben Feldern noch wächst
Hanf allein ist keine Fruchtfolge. Auf unseren Flächen und denen unserer Partner wachsen auch Bio-Belugalinsen und Flohsamen … beides Kulturen, die den Boden anders beanspruchen als Getreide und in die Fruchtfolge passen.
Dafür steht Hanifthaler … unsere Untermarke für alles Landwirtschaftliche: Günthers Anbau, das Netz der Vertragslandwirte, die Herkunft Hanfthal. Der Name kommt von den Hanfthalern, die dahinterstehen: Günther Schmid, Hans Kölbl und Jürgen Krickl. Auf dem Etikett ist Hanifthaler der Herkunftszusatz, Absender bleibt Hanfland.
Gerdas Einordnung
Ich werde oft gefragt, ob österreichischer Hanf ernährungsphysiologisch besser ist als importierter. Ehrliche Antwort: Die Nährwerte hängen von Sorte, Erntezeitpunkt und Lagerung ab, nicht vom Breitengrad. Was die Herkunft ausmacht, ist etwas anderes … kurze Wege zwischen Ernte und Verarbeitung, nachvollziehbare Betriebe, und die Möglichkeit, bei einer Frage jemanden anzurufen, der auf dem Feld steht.
Häufige Fragen zur Herkunft
Wo wird der Hanf von Hanfland angebaut?
Seit wann baut Hanfland Hanf an?
Wo werden die Hanfsamen geschält?
Ist österreichischer Hanf besser als importierter?
Kann man die Felder besichtigen?
Was wächst außer Hanf noch auf euren Feldern?
Wer zertifiziert die Bio-Qualität?
Kommt jedes Produkt bei euch aus Österreich?
Warum verkauft ihr Hanfsamen aus der EU, wenn ihr für österreichischen Hanf steht?
Woran erkenne ich, ob eine Packung österreichischen Hanf enthält?
Warum ist heimischer Hanf teurer?
Vom Acker bis zur Zelle
Herkunft ist die Bedingung, nicht der Grund. Der Grund steht im Samen: 31 g Eiweiß pro 100 g geschälte Hanfsamen, mit allen neun essentiellen Aminosäuren, dazu Alpha-Linolensäure und Magnesium. Was daraus entsteht, sind geschälte und ungeschälte Hanfsamen, Hanföl, Hanfprotein und die gekeimte Linie … dazu Belugalinsen und Flohsamen von denselben Feldern.
























