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Geschälte Bio-Hanfsamen aus Österreich

Hanfsamen: Kleine Power ganz groß

Auf einen Blick

Die Nährwerte in diesem Beitrag beziehen sich auf geschälte Hanfsamen, die bekannteste Form. Wo ungeschält oder gekeimt abweicht, steht es dabei.

  • Geschälte Hanfsamen liefern 30,9 g pflanzliches Eiweiß pro 100 g, mit allen neun essentiellen Aminosäuren.
  • 8 g Omega-3 pro 100 g (davon 7,8 g Alpha-Linolensäure) und ein Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 von rund 3,8:1.
  • Als einziger der bekannten Speisesamen enthalten sie Gamma-Linolensäure: rund 3 % des Fettsäurespektrums, also etwa 1,6 g pro 100 g.
  • Sinnvoll für alle, die pflanzlich essen, Nüsse meiden oder auf Fettqualität achten.
  • Tägliche Richtmenge: 15 bis 30 g, ein bis zwei Esslöffel, über Müsli, Salat, Bowl oder in den Smoothie.

Lesezeit 11 Min  ·  Von Mag. Gerda Steinfellner, Ernährungswissenschafterin  ·  Aktualisiert September 2026

Mehr aus dem Frühstück ohne komplizierten Ernährungsplan

Du stehst in der Küche, schaust auf dein Müsli und denkst dir: Da ginge mehr. Mehr Nährstoffe, ohne dass gleich ein neuer Ernährungsplan her muss. Ich verstehe das gut, und die Antwort darauf wächst direkt bei uns im Weinviertel. Klein, unscheinbar, dicht gepackt mit Eiweiß, Fettsäuren und Mineralstoffen.

In Hanfthal wird seit 2004 Hanf angebaut. Unsere Hanfsamen kommen von unserem Hanfland-Anbau dort und von unseren Bio-Vertragsanbaupartnern in Niederösterreich. Was du hier über Hanfsamen liest, ist keine Werbeprosa, sondern das, was das Labor tatsächlich misst: Die Zahlen stammen aus dem Eurofins-Prüfbericht unserer geschälten Bio-Hanfsamen.

Ein Wort vorweg zur Einordnung: Geschälte und ungeschälte Hanfsamen unterscheiden sich in den Nährwerten. Weil die geschälten am bekanntesten und am vielseitigsten sind, beziehen sich die konkreten Werte hier auf sie. Ungeschälte bringen mehr Ballaststoffe und etwas weniger Eiweiß pro 100 g mit. Wo es einen Unterschied macht, schreibe ich es dazu.

Nach diesem Artikel weißt du, was in einem Hanfsamen wirklich steckt, für wen er im Alltag sinnvoll ist, wie du ihn ohne Aufwand einbaust, wo der Unterschied zwischen geschält, ungeschält und gekeimt liegt und wie er im Vergleich zu Chia und Lein abschneidet.


Was sind Hanfsamen und was macht sie besonders?

Hanfsamen sind die Samen der Hanfpflanze (Cannabis sativa). Ein Missverständnis vorweg, weil die Frage fast immer kommt: Speisehanf enthält kein THC in wirksamer Menge und macht nicht „high“. Hanfsamen sind ein ganz normales Lebensmittel und in Österreich seit Jahrhunderten am Teller, lange bevor jemand von „Superfood“ gesprochen hat. Was sie besonders macht, ist die Kombination aus vollständigem pflanzlichem Eiweiß, hochwertigen Fettsäuren und vielen Mineralstoffen in einer einzigen Portion.

Die Nährwerte im Detail: Labor statt Broschüre

Pro 100 g geschälte Hanfsamen stecken laut Eurofins-Prüfbericht drin: 30,9 g Eiweiß, 53 g Fett (davon rund 89 % ungesättigt), 8 g Omega-3 (davon 7,8 g Alpha-Linolensäure) und 30,3 g Omega-6. Dazu 6 g Ballaststoffe, nur 2,5 g Kohlenhydrate und praktisch kein Salz. Bei den Mineralstoffen wird es spannend: 650 mg Magnesium (173 % des Nährstoffbezugswerts), 11,5 mg Eisen (82 %) und 10,1 mg Zink (101 %).

Übersetzt in den Alltag: Schon eine 30-g-Portion, zwei gehäufte Esslöffel, deckt gut die Hälfte des Bezugswerts für Magnesium, ein Viertel beim Eisen und knapp ein Drittel beim Zink. Und sie liefert dabei 9 g pflanzliches Eiweiß. Deshalb zähle ich Hanfsamen zu den Lebensmitteln, die im Alltag mehr leisten, als man ihnen ansieht.

Nährstoff (geschält)pro 100 gpro Portion (30 g)
Energie623 kcal187 kcal
Eiweiß30,9 g9,3 g
Fett (89 % ungesättigt)53,0 g15,9 g
Omega-3 (inkl. 7,8 g ALA)8,0 g2,4 g
davon Gamma-Linolensäurerund 1,6 grund 0,5 g
Ballaststoffe6,0 g1,8 g
Magnesium650 mg (173 %*)195 mg (52 %*)
Eisen11,5 mg (82 %*)3,5 mg (25 %*)
Zink10,1 mg (101 %*)3,0 mg (30 %*)

*Anteil am Nährstoffbezugswert (NRV) für Erwachsene. Gamma-Linolensäure ist Teil der 30,3 g Omega-6 und kommt nicht obendrauf. Quelle: Eurofins-Prüfbericht unserer geschälten Bio-Hanfsamen.

Vollständiges Eiweiß: warum das eine Seltenheit ist

Der Körper braucht neun essentielle Aminosäuren, die er nicht selbst herstellen kann. Die meisten pflanzlichen Lebensmittel liefern nicht alle in guter Menge, Hanf schon. Unser Aminosäureprofil bestätigt das Baustein für Baustein. Das Hanfeiweiß besteht überwiegend aus Edestin und Albumin, zwei Eiweißformen, die als gut verdaulich gelten.

Das Fettsäurenprofil: hier liegt der eigentliche Schatz

Über die Hälfte eines Hanfsamens ist Fett, und zwar das gute. Das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 liegt bei etwa 3,8:1, was Ernährungsfachleute als günstig einordnen. Der Star ist die Alpha-Linolensäure (ALA), eine pflanzliche Omega-3-Fettsäure. Alpha-Linolensäure trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei. Die positive Wirkung stellt sich bei einer täglichen Aufnahme von 2 g ALA ein. Eine Portion von 30 g Hanfsamen bringt rund 2,3 g mit.

Gerdas Tipp

Omega-3 ist hitzeempfindlich. Deshalb Hanfsamen erst am Ende über die warme Suppe, das Curry oder die Ofenschüssel streuen, nicht mitkochen. So bleibt das drin, weshalb du sie überhaupt isst.

Gamma-Linolensäure: was Hanf von Chia und Lein unterscheidet

Es gibt eine Fettsäure in Hanfsamen, über die kaum jemand spricht, obwohl sie der eigentliche Sonderfall ist: Gamma-Linolensäure, kurz GLA.

GLA gehört zu den Omega-6-Fettsäuren. Der Körper stellt sie normalerweise selbst her, aus Linolsäure. Als fertige Fettsäure im Lebensmittel kommt sie fast nirgends vor. Nachtkerzenöl und Borretschöl enthalten sie, Schwarzkümmelöl in Spuren, sonst wird die Liste kurz. Unter den bekannten Speisesamen ist Hanf der einzige nennenswerte Lieferant. Chia hat keine, Lein hat keine.

Unsere Analyse weist rund 3 Prozent des Fettsäurespektrums als Gamma-Linolensäure aus. Bei 53 g Fett pro 100 g geschälten Hanfsamen sind das etwa 1,6 g GLA pro 100 g, also rund 0,5 g in einer 30-g-Portion. Sie ist Teil der 30,3 g Omega-6 aus der Nährwerttabelle und kommt nicht obendrauf.

Was das praktisch bedeutet, will ich nicht größer machen, als es ist. Für Gamma-Linolensäure gibt es keine zugelassene gesundheitsbezogene Aussage, deshalb steht hier keine. Was sich sagen lässt: Wer Hanfsamen isst, bekommt eine Fettsäure mit, die es in Chia, Lein, Walnuss oder Rapsöl nicht gibt. Ein echter Unterschied, und er kommt in den üblichen Superfood-Vergleichen nie vor.

Was ich dir auch noch sagen möchte

Im Netz stehen für Hanfsamen oft 3 g Gamma-Linolensäure pro 100 g. Diese Zahl verwechselt zwei Bezugsgrößen: 3 Prozent des Fettsäurespektrums sind bei 53 g Fett eben nicht 3 g, sondern rund 1,6 g pro 100 g. Wir schreiben den Wert hin, der aus unserer Analyse hervorgeht.


Für wen sind Hanfsamen wirklich sinnvoll?

Hanfsamen sind kein Wundermittel und nicht für jeden gleich wichtig. Es gibt aber Lebenssituationen, in denen sie im Alltag konkret einen Unterschied machen können. Drei davon sehen wir in unserer Beratung besonders häufig.

Wer pflanzlich isst oder Soja meidet

Wer vegetarisch oder vegan lebt, sucht ständig nach guten pflanzlichen Eiweißquellen. Hanfsamen bringen alle essentiellen Aminosäuren mit und wachsen bei uns in Österreich, ohne Soja und ohne lange Transportwege. Für die Kombination mit Hülsenfrüchten sind unsere geschälten Bio-Hanfsamen im Alltag ideal.

Wer Soja aus welchem Grund auch immer meidet, hat mit Hanf eine Alternative mit mildem, nussigem Aroma, die sich in fast jedes Gericht einfügt.

Wer sportlich aktiv ist

Nach dem Training geht es um Eiweiß und Mineralstoffe. Hanfsamen liefern beides in einer Portion: 9 g Eiweiß und rund 195 mg Magnesium in 30 g. Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei. Das ist kein Ersatz für ein Proteinpulver, aber eine natürliche Ergänzung, besonders für alle, die möglichst wenig Pulver und möglichst viel „echt“ essen wollen.

Wer gezielt mehr Eiweiß braucht, kombiniert Hanfsamen mit unserem Bio-Hanfprotein 56 im Smoothie. Ein Löffel Samen für Textur und Fettsäuren, ein Löffel Protein für die Menge.

Wer mit den Jahren mehr auf Nährstoffdichte achtet

Mit den Jahren verändert sich einiges: Der Bedarf an Eiweiß und Mineralstoffen bleibt, während der tägliche Energiebedarf oft sinkt. Das heißt weniger Kalorien, mehr Nährstoffdichte. Genau das ist die Stärke von Hanfsamen. Ein bis zwei Esslöffel liefern viel, ohne die Portion aufzublähen.


Wie viel und wann? Konkret und ohne Rätselraten

Die Tagesmenge

Ein bis zwei Esslöffel am Tag, das sind etwa 15 bis 30 g. Mehr ist nicht besser, regelmäßig ist der Punkt. Fettsäuren werden nicht auf Knopfdruck in die Zellwände eingebaut, das dauert Wochen bis Monate. Hanfsamen sind deshalb kein schneller Trick, sondern ein Baustein für jeden Tag.

Wann am Tag? Egal. Wichtig ist, dass du es machst. Die meisten essen Hanfsamen zum Frühstück, weil da die Routine am stabilsten ist: über Müsli, im Porridge, auf dem Joghurt. Aber auch abends über Salat oder Suppe funktioniert bestens.

Gerdas Tipp

Stell das Glas mit Hanfsamen direkt neben die Kaffeemaschine. Sichtbar heißt gegessen. Das ist der einzige Trick, der bei mir zu Hause seit Jahren funktioniert.

Vier Alltagsideen ohne Aufwand

Frühstücks-Löffel

Ein Esslöffel geschälte Hanfsamen über Porridge, Müsli oder Joghurt. Kein Umrühren nötig, mildes Aroma. Funktioniert auch für alle, die Nüsse nicht mögen.

Salat-Topping

Ein Löffel über den fertigen Salat, dazu ein Schuss Bio-Hanföl. Damit ist die Omega-3-Seite abgedeckt.

Smoothie

Zwei Esslöffel in den Smoothie, für Eiweiß und eine cremige Textur. Wer mehr Eiweiß braucht, gibt einen Löffel Hanfprotein dazu.

Suppen-Finish

Nach dem Kochen, kurz vor dem Servieren, über die Suppe streuen. Nicht mitkochen, die Omega-3-Fettsäuren mögen keine Hitze.

Zum Nachkochen: der Hanf-Aufstrich und der Hanfsalat.


Geschält, ungeschält oder gekeimt? Was passt zu dir?

Es gibt drei Grundformen, und jede hat ihren Platz. Die geschälten, auch „Hanfherzen“ genannt, sind mild und weich, ideal für den Einstieg. Die ungeschälten sind knackig, herber und bringen mehr Ballaststoffe. Die gekeimten sind eine eigene Kategorie, weil die Keimung das Nährstoffbild messbar verändert. Gekeimt werden sie bei unserem Partner Keimkraft.

KriteriumGeschältUngeschältGekeimt-geschrotet
Geschmackmild, nussigherb, kernigerdig, voller
Konsistenzweichknackigfein bis grob
Eiweißanteilam höchsten (30,9 g)etwas niedrigeretwas niedriger
Ballaststoffeniedrigerhocham höchsten
Pflanzenstoffe der Schalegeringenthaltenenthalten
Phytinsäuregeringnatürlich vorhandendeutlich reduziert
Ideal fürSmoothies, Joghurt, EinstiegTopping, Brot, SalatPorridge, Brot, extra Ballaststoffe
Im Mundweich, kein Kauen nötigmehr Kauarbeitfein, gut zu dosieren

Was heißt das praktisch? Für den Einstieg sind die geschälten die richtige Wahl: mild, unkompliziert, für fast jede Anwendung geeignet. Wer bereits regelmäßig Hanfsamen isst und mehr Ballaststoffe möchte, greift zu den ungeschälten oder den gekeimt-geschroteten. Beim gekeimt-geschroteten Produkt bleibt die Schale erhalten. Wer die gekeimten lieber ganz mag, findet sie als gekeimte Hanfsamen im Shop.

Was die Forschung zur Keimung zeigt

Eine aktuelle Studie (Mierlita, 2026, Frontiers in Nutrition) hat ganze, geschälte und gekeimte Hanfsamen verglichen. Gekeimte Samen hatten den höchsten Ballaststoffgehalt, rund 31 %, und im Labor die höchste antioxidative Aktivität, während Phytinsäure deutlich zurückging. In der Schale sitzen sekundäre Pflanzenstoffe wie die Cannabisine. Das sind Laborbefunde über die Samen, keine Aussage über eine Wirkung im Körper.

Was ich dir auch noch sagen möchte

Wenn dein Ziel gezielter Muskelaufbau ist und du viel Eiweiß brauchst, sind Hanfsamen nicht die konzentrierteste Quelle. Dafür ist ein Hanfprotein-Pulver effizienter. Die Samen sind der tägliche Baustein, kein Sport-Konzentrat.

Gerdas Einordnung

„Longevity ist kein Trend, sondern die Summe kleiner Entscheidungen am Teller. Hanfsamen bringen dafür Alpha-Linolensäure, Zink und Ballaststoffe mit. Zink trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen, und eine 30-g-Portion liefert 30 % des Bezugswerts. Es zählt, was du jeden Tag isst, nicht der einzelne Löffel.“

Dazu passen unser Bio-Hanföl und unsere Bio-Flohsamen.


Hanf, Chia oder Lein: wer kann was?

Diese drei landen in denselben Müslischalen und werden ständig gegeneinander ausgespielt. Die ehrliche Antwort ist unspektakulär: Sie können verschiedene Dinge, und keiner gewinnt auf ganzer Linie.

pro 100 gHanfsamen geschältChiasamenLeinsamen
Eiweiß30,9 g ¹16,5 g ²20,0 g ³
Omega-3 als ALA7,8 g ¹17,8 g ²23,0 g ³
Ballaststoffe6,0 g ¹34,4 g ²27,3 g ²
Alle neun essentiellen Aminosäurenjaneinnein
Gamma-Linolensäurerund 1,6 g ¹neinnein
Muss geschrotet werdenneinneinja

¹ Eurofins-Prüfbericht unserer geschälten Bio-Hanfsamen. Gamma-Linolensäure: rund 3 % des Fettsäurespektrums, umgerechnet auf 53 g Fett pro 100 g. ² USDA-Nährstoffdatenbank: Ballaststoffe aus der Übersicht „Total Dietary Fiber“ der National Agricultural Library, ALA aus der ALA-Gehaltstabelle des NIH; dort liegt geschälter Hanfsamen bei 8,7 g ALA, unser Laborwert bei 7,8 g. ³ Flax Council of Canada, Nährwerttabelle für ganze Leinsamen.

Was die Zahlen bedeuten

Beim Eiweiß gewinnt Hanf, und zwar deutlich: fast doppelt so viel wie Chia. Dazu kommt das vollständige Aminosäureprofil, das die anderen beiden nicht mitbringen.

Bei den Ballaststoffen gewinnt Chia, mit großem Abstand. Wer gezielt Ballaststoffe sucht, ist bei Chia oder bei Flohsamen besser aufgehoben als bei geschälten Hanfsamen. Das ist keine schmeichelhafte Zeile für uns, aber sie stimmt.

Beim Omega-3 gewinnt Lein. Auch das ist eindeutig. Der Haken liegt woanders: Leinsamen muss geschrotet werden, sonst geht er unverdaut durch, und geschrotet wird er innerhalb weniger Tage ranzig. Hanfsamen kannst du so essen, wie sie sind.

Hanf gewinnt im Alltag. Mildes, nussiges Aroma, kein Quellen, kein Schroten, kein Schleim. Er lässt sich über alles streuen, ohne dass jemand am Tisch fragt, was das ist. Das klingt nach wenig und entscheidet in der Praxis darüber, ob ein Lebensmittel nach vier Wochen noch verwendet wird.

Gerdas Tipp

Such dir keinen Sieger aus. Ein Esslöffel Hanf für das Eiweiß, ein Esslöffel Lein oder Chia für die Ballaststoffe, und du hast beide Seiten abgedeckt. Vielfalt schlägt Monokultur, am Acker wie am Teller.


Häufige Fragen, ehrlich beantwortet

Machen Hanfsamen high?

Nein. Speisehanf enthält kein THC in wirksamer Menge und hat keine berauschende Wirkung. Hanfsamen sind ein ganz normales, legales Lebensmittel und in Österreich seit Jahrhunderten Teil der Küche. Eine Rauschwirkung entsteht in Blüten und Blättern spezieller Sorten, nicht im Samen.

Wie viel Hanfsamen pro Tag sind sinnvoll?

Ein bis zwei Esslöffel, also etwa 15 bis 30 g täglich. Regelmäßig ist wichtiger als viel. Eine Portion von 30 g geschälten Hanfsamen liefert rund 2,3 g Alpha-Linolensäure und damit mehr als die 2 g, an die die zugelassene EU-Aussage zum Cholesterinspiegel gebunden ist.

Enthalten Hanfsamen Gamma-Linolensäure?

Ja. Geschälte Hanfsamen enthalten rund 3 Prozent des Fettsäurespektrums als Gamma-Linolensäure, das sind etwa 1,6 g pro 100 g. Diese Omega-6-Fettsäure kommt als fertige Fettsäure in Lebensmitteln selten vor. Unter den bekannten Speisesamen ist Hanf der einzige nennenswerte Lieferant. Chiasamen und Leinsamen enthalten keine.

Was ist besser: Hanfsamen, Chiasamen oder Leinsamen?

Es kommt darauf an, wonach du suchst. Geschälte Hanfsamen liefern mit 30,9 g pro 100 g das meiste Eiweiß und als einzige alle neun essentiellen Aminosäuren. Chiasamen liefern mit 34,4 g pro 100 g die meisten Ballaststoffe. Leinsamen liefern mit rund 23 g pro 100 g das meiste Omega-3, müssen dafür aber geschrotet werden und werden geschrotet rasch ranzig. Gamma-Linolensäure enthält nur Hanf.

Kann man Hanfsamen roh essen?

Ja. Geschälte Hanfsamen kannst du direkt aus der Packung essen, roh und ohne Vorbereitung. Das ist sogar besser, weil rohes Streuen die hitzeempfindlichen Omega-3-Fettsäuren erhält. Deshalb nicht mitkochen, sondern erst am Ende über das fertige Gericht streuen.

Sind Hanfsamen vegan und glutenfrei?

Hanfsamen sind rein pflanzlich, und Hanf selbst enthält kein Gluten. Ob eine Packung als glutenfrei gekennzeichnet werden darf, hängt von Ernte und Verarbeitung ab. Im Zweifel gilt, was auf dem Etikett steht. Bei einer bekannten Unverträglichkeit neue Lebensmittel bitte ärztlich abklären.

Hanfsamen in Schwangerschaft und Stillzeit: geht das?

Hanfsamen sind grundsätzlich ein nährstoffreiches Lebensmittel. In Schwangerschaft und Stillzeit geht allerdings die Rücksprache mit der betreuenden Ärztin oder Hebamme vor. Wir geben zu diesem Punkt bewusst keine pauschale Empfehlung.

Quellen und Grundlagen
  • Eurofins-Prüfbericht Bio-Hanfsamen geschält, Hanfland GmbH: Nährwerte, Mineralstoffe und Fettsäurespektrum.
  • Eurofins-Aminosäureanalyse Bio-Hanfsamen geschält, Hanfland GmbH.
  • USDA National Agricultural Library: Übersicht „Total Dietary Fiber“, Ballaststoffe Chia, Lein, Hanf.
  • NIH Office of Dietary Supplements auf Basis der USDA-Nährstoffdatenbank: Gehalt an Alpha-Linolensäure.
  • Flax Council of Canada: Nährwerttabelle ganze Leinsamen.
  • Mierlita, D. (2026): Assessment of nutritional and functional profile of whole, hulled and germinated hemp seeds. Frontiers in Nutrition.
  • Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 und Verordnung (EU) Nr. 432/2012, zugelassene gesundheitsbezogene Angaben zu Alpha-Linolensäure, Magnesium und Zink.
  • Österreichische Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr.

Hanfsamen von Hanfland

Bio-Hanfsamen geschält

Mild und weich, für den Einstieg und fast jede Anwendung.

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Bio-Hanfsamen ungeschält

Knackig und kernig, mit mehr Ballaststoffen.

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Bio-Hanfsamen gekeimt und geschrotet

Mit Schale, der höchste Ballaststoffanteil der drei Formen.

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Bio-Hanfsamen gekeimt

Ganz und gekeimt, für Salat, Bowl und Brot.

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Warum ich Hanfsamen empfehle und wo meine Grenzen sind

Mag. Gerda Steinfellner · Ernährungswissenschafterin · Hanfland GmbH

Ich empfehle Hanfsamen, weil sie eines der wenigen Lebensmittel sind, die im Alltag viel liefern, ohne dass man etwas umstellen muss. In meiner Beratung sehe ich viele Menschen, die sich schon gesund ernähren und trotzdem das Gefühl haben, dass etwas fehlt. Oft ist es ein einfacher, nährstoffdichter Baustein, der jeden Tag dazukommt. Hanfsamen sind so ein Baustein. Kein Wundermittel, kein Superfood-Hype. Ich streue sie selbst seit Jahren über mein Frühstück, ohne groß darüber nachzudenken.

Was ich dir auch noch sagen möchte:

Hanfsamen ersetzen keinen ärztlichen Rat. Bei Erkrankungen, Medikamenten oder in der Schwangerschaft neue Lebensmittel bitte ärztlich abklären.

Beim Recherchieren und Formulieren hilft mir KI. Was hier steht, habe ich gelesen, nachgerechnet und freigegeben, und dafür stehe ich mit meinem Namen.

Woher unser Hanf kommt:

Unsere Bio-Hanfsamen kommen von unserem Hanfland-Anbau in Hanfthal im Weinviertel und von unseren Bio-Vertragsanbaupartnern in Niederösterreich. Günther kümmert sich um Boden und Anbau, ich um die Frage, was das für deine Ernährung bedeutet. Von A bis Z … vom Acker bis zur Zelle.

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