von Mag. Gerda Steinfellner, Ernährungswissenschafterin
Als Ernährungswissenschafterin beobachte ich seit Jahren, welche Pflanzenstoffe die Forschung wirklich aufhorchen lassen. Einer davon steht seit Jahrzehnten im Mittelpunkt internationaler Studien – und ist trotzdem vielen Menschen völlig unbekannt: Sulforaphan.
Ich esse ihn täglich. Einen Esslöffel. Gekeimt und geschrotet. Und ich erkläre dir heute, warum.
Was ist Sulforaphan überhaupt?
Sulforaphan ist ein sekundärer Pflanzenstoff aus der Familie der Kreuzblütler – also aus Brokkoli, Kohl, Rettich. Er gehört zur Gruppe der Glucosinolate und hat eine Besonderheit, die ihn von vielen anderen Pflanzenstoffen unterscheidet: Er entsteht nicht fertig in der Pflanze.
Erst wenn Pflanzenzellen zerstört werden – durch Kauen, Schneiden oder Schroten – trifft die Vorstufe Glucoraphanin auf das Enzym Myrosinase. Diese Reaktion erzeugt aktives Sulforaphan. Die Pflanze nutzt diesen Mechanismus ursprünglich als Schutz gegen Fraßfeinde. Für uns ist es eine der faszinierendsten Wirkstoff-Entstehungsgeschichten der Pflanzenwelt.
In der Wissenschaft ist Sulforaphan seit den 1990er-Jahren Gegenstand intensiver Forschung. Tausende Studien beschäftigen sich mit ihm – im Zusammenhang mit Zellschutz, Entgiftung, oxidativem Stress und dem, was wir heute unter dem Begriff Longevity zusammenfassen.
Warum ist Sulforaphan so interessant für gesundes Altern?
Das Thema Longevity – also die Frage, wie wir nicht nur länger, sondern vor allem gesünder leben – ist längst in der Mitte der Wissenschaft angekommen. Und ein Thema zieht sich dabei wie ein roter Faden durch fast alle Forschungsansätze: oxidativer Stress und stille, chronische Entzündungen gelten als zwei der zentralen Faktoren, die auf zellulärer Ebene mit dem Alterungsprozess in Verbindung gebracht werden.
Sulforaphan wird in diesem Kontext intensiv untersucht. Besonders interessant ist dabei der sogenannte Nrf2-Signalweg – ein körpereigener Schutzmechanismus auf Zellebene, der in der Longevity-Forschung große Aufmerksamkeit erfährt. Sulforaphan wird im Zusammenhang mit der Aktivierung dieses Signalwegs intensiv erforscht.
Darüber hinaus ist Sulforaphan Gegenstand von Studien zu Entgiftungsprozessen der Leber, zu kardiovaskulären Themen sowie – für Frauen besonders relevant – zum Östrogen-Stoffwechsel. Ich betone bewusst: Das ist aktive Forschung, keine abgeschlossene Wissenschaft. Aber es sind genau diese Fragen, die mich als Ernährungswissenschafterin faszinieren und die mich dazu bewogen haben, Sulforaphan in meinen Alltag zu integrieren.
Warum gekeimt – und warum macht das den Unterschied?
Ich habe in meiner Arbeit gelernt: Es kommt nicht nur darauf an, was in einem Lebensmittel steckt. Es kommt darauf an, was im Körper ankommt.
Brokkoli als Gemüse ist wunderbar. Aber gekeimte Brokkolisamen sind eine andere Liga. Unsere eigenen Labortests zeigen es schwarz auf weiß: Der Glucoraphanin-Gehalt steigt durch die Keimung von 7.096 auf 11.421 mg/kg – das sind über 60 % mehr als im ungekeimten Samen. Beim Keimen aktiviert die Natur genau das, was der Keimling zum Wachsen braucht: Enzyme werden aktiviert, antinutritive Substanzen abgebaut, Nährstoffe konzentriert. Der Keimling ist Leben in seiner reinsten, konzentriertesten Form.
Warum geschrotet besser ist als ganz
Hier wird es besonders spannend – und das ist ein Detail, das die meisten nicht kennen.
Sulforaphan entsteht, wie ich erklärt habe, erst durch die Zerstörung der Pflanzenzelle. Bei ganzen Samen hängt dieser Prozess allein vom Kauen ab. Kauen wir zu wenig oder zu schnell – was im Alltag die Regel ist – bleibt ein Großteil des Potenzials ungenutzt.
Geschrotete Keimlinge sind bereits aufgebrochen. Glucoraphanin und Myrosinase kommen sofort in Kontakt. Die Umwandlung beginnt direkt beim Essen, ohne Umwege. Das Ergebnis: deutlich mehr aktiver Wirkstoff, der tatsächlich verfügbar ist.
Bereits ein Esslöffel täglich reicht aus – und das finde ich, als jemand der täglich mit Ernährungsempfehlungen arbeitet, außergewöhnlich praktisch.
Das Dream Team: Brokkoli & Daikon-Rettich
Wenn ich über Sulforaphan spreche, muss ich auch über Myrosinase sprechen. Denn die Umwandlung von Glucoraphanin in Sulforaphan ist nur so gut wie die verfügbare Enzymmenge.
Daikon-Rettich ist ein natürlicher Myrosinase-Lieferant – und als Kreuzblütler selbst reich an Glucosinolaten mit einem ergänzenden Wirkstoffprofil. Kombiniert mit gekeimtem Brokkoli entsteht eine Synergie, die ich als Ernährungswissenschafterin als echtes „Dream Team“ bezeichne. Die Myrosinase des Rettichs unterstützt die Umwandlung im Brokkoli – das Ergebnis ist eine optimierte Bioverfügbarkeit.
Genau deshalb haben wir bei Hanfland das Sulfo Plus entwickelt: gekeimter Brokkoli und gekeimter Daikon-Rettich, nicht pulverisiert, nicht verkapselt. Die Synergie der ganzen Pflanze bleibt erhalten. Einen Teelöffel täglich – das ist alles.
Mein persönliches Fazit
Ich bin Ernährungswissenschafterin, keine Verfechterin von Wundermitteln. Aber Sulforaphan ist für mich kein Trend – er ist einer jener Pflanzenstoffe, bei dem die Wissenschaft seit Jahrzehnten hartnäckig bleibt. Und das hat Gründe.
Was mich persönlich überzeugt hat: die Kombination aus Einfachheit und Wirkungsdichte. Ein Löffel täglich. Aus der Natur. Ohne Kapseln, ohne Pulver, ohne Zusatzstoffe.
Wenn du dir eine Sache für deinen Longevity-Alltag mitnehmen möchtest, dann diese: Iss gekeimten, geschroteten Brokkoli. Täglich. Und wenn du es noch einen Schritt weiterdenken möchtest – kombiniere ihn mit Daikon-Rettich.
Dein Körper wird es dir danken. Auf Zellebene.
Mag. Gerda Steinfellner ist Ernährungswissenschafterin und Gründerin von Hanfland. Sie beschäftigt sich seit Jahren mit der Wirkung von Pflanzenstoffen auf Gesundheit und Langlebigkeit.
Die Bio Brokkoli Keimlinge geschrotet und das Sulfo Plus gibt es schon bald im Hanfland-Shop.
Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine individuelle ernährungsmedizinische Beratung.








