Auf einen Blick
- Der Referenzwert von ÖGE und DGE liegt bei 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht, ab 65 bei 1,0 g. Für Frauen ab 45, die ihre Muskeln erhalten wollen, sind 1,0 bis 1,5 g sinnvoll.
- Pro Mahlzeit 20 bis 30 g Eiweiß, verteilt auf drei Mahlzeiten, auch zum Frühstück.
- Wer deutlich über dem Wohlfühlgewicht liegt, rechnet mit dem Zielgewicht, nicht mit dem aktuellen.
- Hanf liefert alle neun essenziellen Aminosäuren, Lysin ist etwas knapper. Mit Hülsenfrüchten ergänzt es sich gut.
Bekomme ich genug Protein?
„Ich esse eigentlich bewusst, aber bekomme ich genug Protein?“ Diese Frage höre ich in Gesprächen mit unseren Kundinnen immer wieder. Zwischen Fitness-Hypes, Werbeversprechen und widersprüchlichen Aussagen geht das Wesentliche verloren: Wie viel Protein braucht der Körper tatsächlich, und wie deckt man diesen Bedarf alltagstauglich, regional und ohne Stress?
Die Zahlen der offiziellen Empfehlungen sind nur ein Teil der Antwort. Zwischen dem, was der Körper braucht, um keinen Mangel zu haben, und dem, was ihn stark und leistungsfähig hält, liegt ein spürbarer Unterschied. Und mit den Jahren verändert sich, wie der Stoffwechsel auf Protein reagiert.
In diesem Beitrag bekommst du die Zahl, die zu deiner Lebenssituation passt. Du erfährst, worauf es bei der Proteinqualität ankommt, wie du deinen Bedarf pflanzlich und ohne großen Aufwand deckst, und warum ein einziger Faktor am Ende oft mehr entscheidet als jedes zusätzliche Gramm.
Wie viel Protein pro Tag ist wirklich nötig?
Die Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen für gesunde Erwachsene 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag, ab 65 Jahren 1,0 g. Dieser Wert ist die bekannteste Zahl, und gleichzeitig die am häufigsten missverstandene.
Wichtig zu wissen: Die 0,8 g sollen bei der breiten Bevölkerung einen Mangel verhindern. Sie sind nicht darauf ausgelegt, Muskeln im Alter zu erhalten oder den Bedarf beim Sport zu decken.
Warum sich der Bedarf mit den Jahren verändert
Ab etwa 40 reagiert der Körper weniger empfindlich auf Protein. Fachleute sprechen von anaboler Resistenz: Die gleiche Menge Protein führt zu einem geringeren muskelaufbauenden Signal. Um denselben Effekt zu erzielen, braucht der Körper mehr Rohstoff.
Für ältere Menschen empfehlen die Fachgesellschaften für Altersmedizin (PROT-AGE, ESPEN) 1,0 bis 1,2 g pro Kilogramm, bei Bewegung und Training mehr. Claudia Nichterl rechnet in ihrem Programm Fire Control für Frauen ab 45, die sich bewegen und ihre Muskeln erhalten wollen, mit 1,0 bis 1,5 g pro Kilogramm. Das klingt viel und ist im Alltag mit ein paar guten Routinen gut erreichbar.
Die richtige Rechenbasis: aktuelles Gewicht oder Zielgewicht?
Ein Punkt, der in der Praxis oft falsch gemacht wird: die Berechnung bei Übergewicht. Wer deutlich über dem Wohlfühlgewicht liegt, sollte die Grammzahl nicht auf Basis des Gesamtgewichts berechnen. Fettgewebe braucht kaum Protein und würde zu unrealistisch hohen Mengen führen.
- Bei Normalgewicht: Rechne mit deinem aktuellen Körpergewicht.
- Bei deutlichem Übergewicht: Nimm dein realistisches Zielgewicht. Liegt es zum Beispiel bei 70 kg, ergeben sich bei 1,4 g pro Kilogramm rund 98 g Protein pro Tag.
Gerdas Tipp
Mach dir das Rechnen einfach: Mit unserem Proteinrechner rechnest du deinen persönlichen Bedarf aus, mit Alter, Bewegung und Zielgewicht.
| Körpergewicht bzw. Zielgewicht | Minimum (0,8 g/kg) | Frauen ab 45 (1,0 bis 1,5 g/kg) | Sportlich aktiv (1,4 bis 2,0 g/kg) |
|---|---|---|---|
| 55 kg | 44 g | 55 bis 83 g | 77 bis 110 g |
| 60 kg | 48 g | 60 bis 90 g | 84 bis 120 g |
| 70 kg | 56 g | 70 bis 105 g | 98 bis 140 g |
| 80 kg | 64 g | 80 bis 120 g | 112 bis 160 g |
Was ich dir auch noch sagen möchte
Das Gerücht, mehr Protein schade den Nieren, hält sich hartnäckig. In einer Auswertung vieler Studien zeigte sich bei gesunden Erwachsenen kein Effekt einer höheren Proteinzufuhr auf die Nierenfunktion (Devries et al., 2018). Bei einer bestehenden Nierenerkrankung gelten aber immer die Vorgaben deiner Ärztin.
Proteinqualität: nicht jedes Gramm zählt gleich
Auf der Verpackung steht nur der Laborwert für „Protein“. Er wird über den Stickstoffgehalt ermittelt und sagt nichts darüber, was im Körper tatsächlich ankommt. Für den Stoffwechsel zählt, wie gut der Körper das Protein aufnehmen und in körpereigenes Gewebe umbauen kann.
Die drei Faktoren guter Proteinqualität
- Das Aminosäuremuster: Der Körper braucht alle neun essenziellen Aminosäuren. Ist eine davon knapp, die sogenannte limitierende Aminosäure, bremst sie den ganzen Aufbau.
- Die Verdaulichkeit: Tierische Proteine sind im Dünndarm oft etwas besser verdaulich als rohe pflanzliche. Der DIAAS-Wert der Welternährungsorganisation berücksichtigt genau das.
- Der Leucingehalt: Die Aminosäure Leucin gilt als Zündschlüssel für den Muskelaufbau. Ist zu wenig davon in einer Mahlzeit, schaltet der Körper nicht auf Aufbau.
Was Hanf mitbringt, und was nicht
Pflanzliche Proteine gelten in älteren Lehrbüchern als „unvollständig“. Hanf liefert alle neun essenziellen Aminosäuren, ist frei von Soja und Gluten und bringt Ballaststoffe mit. Geschälte Hanfsamen enthalten dazu Omega-3 und Omega-6 im Verhältnis von rund 1 zu 4.
Ehrlich dazugesagt: Lysin ist im Hanf etwas knapper, genauso wie in Hafer, Kernen und Nüssen. Deshalb lohnt es sich, über den Tag zu kombinieren: Hanfsamen zum Frühstück, Belugalinsen oder Kichererbsen zu Mittag, dazu Joghurt, Topfen oder Ei. Bei rein pflanzlicher Ernährung planen viele Fachleute 10 bis 20 % mehr Gesamtprotein ein, weil pflanzliches Eiweiß etwas schlechter verdaulich ist.
Bei Hanfland gibt es drei Varianten, mehr dazu im Hanfprotein-Beitrag:
30,9 g Protein pro 100 g, 30 g liefern 9,3 g. Mild-nussig, als Topping für Müsli, Bowls oder Salat.
Rund 8 g Protein pro Esslöffel (15 g). Geröstet, nussig, mit 12 g Ballaststoffen pro 100 g. Zum Einrühren in Porridge, Suppe oder zum Backen.
Rund 10 g Protein pro Esslöffel (15 g). Aus geschälten Hanfsamen, konzentrierter, gut für Shakes.
Für wen mehr Protein sinnvoll ist
Der Referenzwert von 0,8 g deckt den Grundbedarf gesunder, wenig aktiver Erwachsener. In manchen Lebensphasen liegt der sinnvolle Wert deutlich höher. Nicht, weil ein Trend das sagt, sondern weil sich Stoffwechsel, Anforderungen und Ziele unterscheiden.
Frauen ab 45 und in den Wechseljahren
Mit den Jahren verändert sich der Körper leise, aber messbar. Muskelmasse nimmt ohne Gegensteuern schleichend ab, ab etwa 40 beginnt das, mit den Wechseljahren geht es schneller. Muskeln sind dabei keine Ästhetik, sondern die Basis für Kraft, Gleichgewicht und Selbstständigkeit bis ins hohe Alter.
In dieser Lebensphase sind 1,0 bis 1,5 g Protein pro Kilogramm kein Luxus, sondern eine Investition. Wer heute die Muskeln versorgt, hält morgen den Enkel auf dem Arm, den Garten in Schuss und die Wanderung mit den Freundinnen durch. Protein trägt zur Erhaltung von Muskelmasse bei.
Sportlich aktive Menschen
Wer regelmäßig Kraft- oder Ausdauertraining macht, braucht mehr Bausteine für die Regeneration. 1,4 bis 2,0 g pro Kilogramm sind hier realistisch, verteilt auf die Mahlzeiten, mit einer Portion Eiweiß in den ersten Stunden nach dem Training. Das gilt nicht nur für den Leistungssport. Auch wer zwei- bis dreimal pro Woche moderat trainiert, Yoga, Radfahren, Krafttraining zu Hause, profitiert von einer bewussten Eiweißversorgung mehr als vom nächsten Fitness-Gadget.
Wenn du Gewicht verlieren willst
Wer weniger isst, verliert ohne ausreichend Protein nicht nur Fett, sondern auch Muskelmasse. Deshalb ist Eiweiß in dieser Phase besonders wichtig: rund 1,2 bis 1,5 g pro Kilogramm Zielgewicht, verteilt auf drei Mahlzeiten. Protein trägt zur Erhaltung von Muskelmasse bei.
Wie viel pro Mahlzeit und wann?
Pro Mahlzeit sind 20 bis 30 g Eiweiß ein guter Richtwert, ältere Menschen liegen eher am oberen Ende. Wer 90 g am Tag anpeilt, ist mit drei Mahlzeiten zu je 30 g besser bedient als mit einem üppigen Abendessen.
Besonders unterschätzt: das Frühstück. Viele beginnen den Tag mit Brot und Marmelade oder einem Porridge ohne Ergänzung. 50 g Haferflocken liefern nur rund 7 g Eiweiß. Wie ein Frühstück auf über 20 g kommt, steht im Beitrag Hanfsamen zum Frühstück.
Und zwischen den Mahlzeiten darf Pause sein. Drei Mahlzeiten mit ordentlich Eiweiß statt fünf kleiner Snacks, warum das dem Körper guttut, steht im Beitrag über Autophagie.
Vier Alltagsideen
Der Handvoll-Trick
30 g geschälte Hanfsamen ins Müsli, ins Joghurt oder in den Smoothie, das sind 9,3 g Protein ohne Mehraufwand.
Der Porridge-Booster
Ein Esslöffel Hanfprotein 56 ins fertige Porridge rühren, das sind rund 8 g Protein mehr.
Die Salat-Kombi
150 g gekochte Belugalinsen oder Kichererbsen mit 50 g Feta, Gemüse und einem Löffel Hanfsamen, zusammen rund 25 g Protein.
Joghurt als Nachtisch
200 g griechisches Joghurt mit Beeren und einem Esslöffel Hanfsamen zu Mittag, rund 20 g Protein, und der Nachmittag bleibt Pause.
Pflanzliche und vegetarische Proteinquellen im Vergleich
Um deinen Zielbereich stressfrei zu erreichen, lohnt sich ein Blick auf die Vielfalt regionaler Lebensmittel. Neben Hanf bieten Hülsenfrüchte und Milchprodukte eine gute Basis. Kein Lebensmittel muss dabei alles können: Die Mischung macht’s.
| Lebensmittel | Portion | Protein | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Magertopfen | 200 g | 24 g | Reich an Leucin |
| Griechisches Joghurt | 200 g | 16 bis 20 g | Cremig, gut kombinierbar mit Saaten |
| Geschälte Hanfsamen | 30 g | 9,3 g | Alle neun essenziellen Aminosäuren, mit Omega-3 |
| Belugalinsen, gekocht | 150 g | rund 14 g | Bleiben bissfest, viel Lysin |
| Linsen, gekocht | 150 g | 13,5 g | Reich an Ballaststoffen |
| Kichererbsen, gekocht | 150 g | 13,3 g | Für Hummus oder geröstet als Topping |
| 2 Eier (Größe M) | 110 g | 14 g | Eiweiß und Dotter gemeinsam |
Hanfsamen: Eurofins-Prüfbericht Hanfland GmbH. Belugalinsen: Nährwertangabe Hanfland GmbH, gekocht rund 2,5-fache Masse. Übrige Werte: Durchschnittswerte aus der Nährwerttabelle.
Es braucht keine exotischen Pulver, um auf 100 g Protein am Tag zu kommen. Zwei bis drei Portionen aus der Tabelle, kombiniert mit Getreide und Gemüse, decken den Bedarf einer Frau mit 70 kg gut ab.
Ehrliche Einschränkung
Hanfprotein ist kein Isolat mit 90 % Proteingehalt wie Molke oder Erbsenisolat. Wer im Leistungssport grammgenau plant, ergänzt Hanf oft mit anderen Quellen. Für den Alltag und für die Muskeln ab 45 ist Hanf eine gute pflanzliche Option, weil er Eiweiß und Ballaststoffe zusammen liefert.
So sieht ein Tag mit 100 g Protein aus, vegetarisch und vegan
Damit das nicht Theorie bleibt: So sehen zwei Tage mit rund 100 g Protein aus, einmal vegetarisch, einmal vegan, beide ohne Soja und mit drei Mahlzeiten.
Vegetarisch
| Mahlzeit | Was auf dem Teller landet | Protein |
|---|---|---|
| Frühstück | Porridge aus 60 g Haferflocken, gekocht mit 200 ml Milch, dazu 30 g geschälte Hanfsamen und 1 EL Hanfprotein 56 | rund 33 g |
| Mittagessen | Salat aus 150 g gekochten Belugalinsen, 50 g Feta, Gemüse und 1 EL Hanfsamen, als Nachtisch 200 g griechisches Joghurt mit Beeren | rund 44 g |
| Abendessen | Omelett aus 2 Eiern mit 30 g gerösteten Kürbiskernen und Pfannengemüse der Saison | rund 23 g |
| Tagessumme | Ohne Fleisch, ohne Soja, ohne Snacks dazwischen | rund 100 g |
Vegan
Ohne Milchprodukte und Eier übernehmen Hülsenfrüchte, Hanf und Kerne. Weil pflanzliches Eiweiß etwas schlechter verdaulich ist, darf es hier ruhig ein bisschen mehr sein. Linsen und Kichererbsen bringen das Lysin mit, das im Hanf und im Hafer knapper ist.
| Mahlzeit | Was auf dem Teller landet | Protein |
|---|---|---|
| Frühstück | Porridge aus 60 g Haferflocken und 1 EL roten Linsen, gekocht mit 200 ml Haferdrink, dazu 30 g geschälte Hanfsamen und 1 EL Hanfprotein 65 | rund 32 g |
| Mittagessen | Salat aus 200 g gekochten Belugalinsen mit 30 g gerösteten Kürbiskernen, 1 EL Hanfsamen und Gemüse, dazu 2 Scheiben Vollkornbrot | rund 37 g |
| Abendessen | Kichererbsen-Curry aus 200 g gekochten Kichererbsen und 150 g Brokkoli, mit 60 g Vollkornreis und 1 EL Hanfsamen darüber | rund 30 g |
| Tagessumme | Rein pflanzlich, ohne Soja, ohne Snacks dazwischen | rund 100 g |
Hanfsamen und Hanfprotein: Nährwertangaben Hanfland GmbH, 1 EL Hanfprotein = 15 g, 1 EL Hanfsamen = 10 g. Belugalinsen gekocht: rund 2,5-fache Masse. Übrige Werte: Durchschnittswerte aus der Nährwerttabelle, Getreide und Reis als Trockengewicht.
Wichtiger als jedes Gramm: der Muskelreiz
Bei allem Fokus auf die richtige Menge geht ein Punkt oft unter, der mindestens genauso wichtig ist: Protein allein kann Muskelabbau nicht verhindern. Es liefert die Bausteine, aber das Signal, sie einzubauen, gibt erst die Bewegung.
Regelmäßiges Krafttraining schützt die Muskelmasse in der Lebensmitte stärker als noch mehr Eiweiß. Der Unterschied zwischen etwas mehr oder weniger Protein ist in der Praxis klein, der Unterschied zwischen Krafttraining und keinem Training ist riesig. Zwei bis drei kurze Einheiten pro Woche, dazu zehn Minuten Gehen nach dem Essen, und für den Anfang reichen fünf Minuten am Tag.
Gerdas Einordnung
„Eiweiß über den Tag verteilt und ein Reiz, der den Muskeln zeigt, dass sie gebraucht werden: Das ist die ganze Longevity-Formel für die Muskeln. Kein Quick-Fix, dafür etwas, das du jeden Tag in der Hand hast.“
Häufige Fragen, ehrlich beantwortet
Wie viel Protein pro Tag ist sinnvoll?
Der Mindestbedarf liegt laut ÖGE und DGE bei 0,8 g pro Kilogramm Körpergewicht, ab 65 Jahren bei 1,0 g. Für Frauen ab 45, die sich bewegen und ihre Muskeln erhalten wollen, sind 1,0 bis 1,5 g sinnvoll, bei sportlich Aktiven 1,4 bis 2,0 g. Bei 65 kg sind das rund 65 bis 100 g Eiweiß am Tag.
Wie viel Protein brauche ich pro Mahlzeit?
20 bis 30 g, auch zum Frühstück. Wer drei Mahlzeiten isst und dazwischen Pause macht, kommt so auf die Tagesmenge. Ältere Menschen liegen eher an der oberen Grenze.
Wie berechne ich meinen Proteinbedarf, wenn ich abnehmen will?
Bei Normalgewicht oder leichtem Übergewicht rechnest du mit dem aktuellen Gewicht. Bei deutlichem Übergewicht ist es sinnvoller, mit dem realistischen Zielgewicht zu rechnen, weil Fettgewebe den Proteinbedarf kaum erhöht. Bei einem Zielgewicht von 70 kg und 1,4 g pro Kilogramm sind das rund 98 g am Tag.
Brauchen ältere Menschen mehr Protein?
Ja. Ab etwa 40 reagiert der Körper weniger empfindlich auf Protein (anabole Resistenz) und braucht mehr Rohstoff für dieselbe Wirkung. Gleichzeitig essen viele ältere Menschen unbewusst zu wenig. Protein trägt zur Erhaltung von Muskelmasse bei, und die ist im Alter die Grundlage für Kraft und Selbstständigkeit.
Warum ist Proteinqualität wichtig und was ist der DIAAS-Wert?
Verpackungsangaben zeigen nur den über Stickstoff gemessenen Rohwert. Entscheidend ist, wie gut der Körper das Protein verwerten kann. Das erfasst der DIAAS-Wert der Welternährungsorganisation. Wichtig sind ein vollständiges Aminosäuremuster, gute Verdaulichkeit und ausreichend Leucin.
Muss ich pflanzliche Proteinquellen kombinieren?
Ja, über den Tag gesehen. Hanf liefert alle neun essenziellen Aminosäuren, Lysin ist aber etwas knapper, genauso wie bei Hafer und Nüssen. Hülsenfrüchte bringen viel Lysin mit. Hanfsamen zum Frühstück und Linsen zu Mittag ergänzen sich, es muss nicht auf demselben Teller passieren.
Komme ich vegan auf genug Protein?
Ja, mit etwas Planung. Hülsenfrüchte, Hanfsamen, Hanfprotein und Kerne liefern genug, wenn zu jeder Mahlzeit eine gute Portion dabei ist. Rechne rund 10 bis 20 % mehr ein als bei gemischter Kost und kombiniere Hanf mit Linsen oder Kichererbsen. Ein veganer Beispieltag mit rund 100 g steht in diesem Beitrag.
Was ist der Unterschied zwischen Hanfprotein 56 und Hanfprotein 65?
Das 56er ist geröstet, schmeckt nussig und hat mehr Ballaststoffe, ein Esslöffel (15 g) liefert rund 8 g Eiweiß. Das 65er wird aus geschälten Hanfsamen gewonnen und ist konzentrierter, ein Esslöffel liefert rund 10 g. Es passt, wenn du pro Portion mehr Eiweiß willst oder wenig Hunger auf große Portionen hast.
Ist zu viel Protein schädlich für die Nieren?
Für gesunde Menschen mit normaler Nierenfunktion gilt eine höhere Proteinzufuhr nach heutigem Wissensstand als unbedenklich. Bei einer bestehenden Nierenerkrankung wird die Eiweißmenge ärztlich abgestimmt.
Quellen und Grundlagen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Österreichische Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Proteinzufuhr.
- Bauer J et al. (2013): Evidence-based recommendations for optimal dietary protein intake in older people. PROT-AGE Study Group. J Am Med Dir Assoc 14(8), 542 bis 559.
- Deutz NEP et al. (2014): Protein intake and exercise for optimal muscle function with aging. ESPEN Expert Group. Clinical Nutrition 33(6), 929 bis 936.
- Jäger R et al. (2017): International Society of Sports Nutrition Position Stand: protein and exercise. J Int Soc Sports Nutr 14, 20.
- Devries MC et al. (2018): Changes in kidney function do not differ between healthy adults consuming higher- compared with lower- or normal-protein diets. J Nutr 148(11), 1760 bis 1775.
- FAO (2013): Dietary protein quality evaluation in human nutrition (DIAAS).
- Dr. Claudia Nichterl, Akademie für integrative Ernährung: firecontrol Summerschool 2026, Eiweiß pro Mahlzeit, Eiweißbedarf ab 45, Kombination, Bewegung.
- Nährwerte Hanfsamen geschält (Eurofins-Prüfbericht), Hanfprotein 56 und 65, Belugalinsen: Hanfland GmbH.
- Zugelassene gesundheitsbezogene Angaben zu Protein: Verordnung (EU) Nr. 432/2012.
Eiweiß aus Hanfthal
Warum ich über Eiweiß schreibe
Mag. Gerda Steinfellner · Ernährungswissenschafterin · Hanfland GmbH
In Gesprächen mit unseren Kundinnen höre ich seit Jahren dasselbe: Das Fleisch wird weniger, das Eiweiß wird nicht ersetzt, und niemand weiß genau, wie viel es eigentlich sein soll. Deshalb gibt es diesen Beitrag und den Proteinrechner. Zahlen, die du nachvollziehen kannst, statt Versprechen.
Was ich dir auch noch sagen möchte:
Bei einer Nierenerkrankung oder wenn du regelmäßig Medikamente nimmst, besprich die Eiweißmenge bitte mit deiner Ärztin.
Beim Recherchieren und Formulieren hilft mir KI. Was hier steht, habe ich gelesen, nachgerechnet und freigegeben, und dafür stehe ich mit meinem Namen.
Woher unser Hanf kommt:
Unser Hanf kommt von unserem Hanfland-Anbau in Hanfthal im Weinviertel und von unseren Bio-Vertragsanbaupartnern in Niederösterreich, verarbeitet wird in Österreich. Die Belugalinsen wachsen in Hanfthal und bei Vertragsanbaupartnern in Niederösterreich, in Fruchtfolge mit dem Hanf. Von A bis Z … vom Acker bis zur Zelle.







