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Wie viel Protein brauche ich wirklich

Wieviel Protein brauche ich wirklich pro Tag?

LESEZEIT 8 MIN Von Mag. Gerda Steinfellner

Protein Tagesbedarf: Wieviel brauche ich wirklich pro Tag?

Auf einen Blick
  • Der Mindestbedarf liegt laut ÖGE/DGE bei 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht – ab 45 sind aber eher 1,2 bis 1,6 g sinnvoll.
  • Hanfprotein liefert als eine der wenigen pflanzlichen Quellen alle 9 essenziellen Aminosäuren – ganz ohne Soja und Gluten.
  • Wichtig ist nicht der Spitzenwert an einem Tag, sondern Protein gleichmäßig über 3–4 Mahlzeiten zu verteilen.

„Ich ernähre mich eigentlich ganz bewusst … aber ob ich genug Protein bekomme, weiß ich ehrlich gesagt nicht.“ Diesen Satz höre ich oft – und er trifft einen wunden Punkt. Zwischen Werbung, Ratgebern und widersprüchlichen Aussagen geht das Wesentliche verloren: Wieviel Protein braucht der Körper tatsächlich? Und wie deckt man diesen Bedarf alltagstauglich, regional und ohne Stress?

Wieviel Protein pro Tag ist wirklich nötig?

Die Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen für Erwachsene mindestens 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Wichtig zu wissen: Das ist ein Erhaltungswert – nicht der Wert, der Muskelaufbau, Regeneration oder gesundes Altern optimal unterstützt.

Mit den Jahren verändert sich der Stoffwechsel: Ab dem 40. Lebensjahr reagiert die Muskelsynthese weniger empfindlich auf Protein – der Körper braucht also mehr Rohstoff für dieselbe Wirkung. Die aktuelle Forschung empfiehlt daher in dieser Lebensphase 1,2 bis 1,6 g pro Kilogramm Körpergewicht, bei sportlich aktiven Menschen sogar bis zu 2,0 g. Konkret heißt das: Eine Person mit 65 kg Körpergewicht liegt mit etwa 80–100 g Protein täglich gut im Bereich.

Körpergewicht Minimum (0,8 g/kg) Empfehlung ab 45 Sportlich aktiv
55 kg 44 g 66–88 g 88–110 g
60 kg 48 g 72–96 g 96–120 g
70 kg 56 g 84–112 g 112–140 g
80 kg 64 g 96–128 g 128–160 g

Richtwerte nach Körpergewicht und Aktivität (Quelle: ÖGE / DGE, 2024)

Diese Werte sind Orientierung – kein Leistungsdruck. Ein Tag mit weniger Protein macht nichts kaputt. Es geht um den Durchschnitt über die Woche, nicht um Perfektion an einem einzelnen Tag.

Hanf als Proteinquelle – was steckt wirklich drin?

Hanf gehört zu den wenigen Pflanzen, die alle 9 essenziellen Aminosäuren liefern – also jene, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Damit ist Hanfprotein ein vollständiges pflanzliches Protein. Ohne Soja. Ohne Gluten. Mit einem zusätzlichen Bonus: dem idealen Omega-3-zu-Omega-6-Verhältnis von 3:1, das in der modernen Ernährung selten geworden ist.

Bei Hanfland gibt es vier Varianten, die unterschiedliche Bedürfnisse abdecken – von der alltagstauglichen Handvoll im Müsli bis zum konzentrierten Pulver für den Sport-Shake. Eine genaue Übersicht zu Anwendung und Rezepten findest du auch in unserem Beitrag zu Hanf-Power für den veganen Alltag ohne Fleisch.

1
Geschälte Hanfsamen
Ca. 32 g Protein pro 100 g. Mild-nussig, weich, in fast alles einrührbar – der alltagstauglichste Einstieg.
2
Ungeschälte Hanfsamen
Ca. 24–26 g Protein pro 100 g. Mit Schale – deutlich mehr Ballaststoffe, ideal bei träger Verdauung.
3
Hanfprotein 56 %
Der Klassiker mit vollem nussigen Geschmack. 11,2 g Protein pro Esslöffel. Gut verträglich auch bei empfindlicher Verdauung.
4
Hanfprotein 65 %
Die konzentrierte Variante. 13 g Protein pro Esslöffel, neutral im Geschmack, gut löslich – ideal für Shakes.

Weitere pflanzliche & vegetarische Proteinquellen im Vergleich

Hanf ist eine ausgezeichnete Proteinquelle – aber natürlich nicht die einzige. Hülsenfrüchte, Milchprodukte und Eier ergänzen die tägliche Versorgung sinnvoll. Besonders Hülsenfrüchte liefern zusätzlich viele Ballaststoffe und unterstützen so das Mikrobiom – wer empfindlich reagiert, beginnt mit kleinen Mengen.

Lebensmittel Portion Protein
Linsen (gekocht) 150 g ca. 13,5 g
Kichererbsen 150 g ca. 13,3 g
Belugalinsen 150 g ca. 14 g
Topfen mager 200 g ca. 24 g
Griechisches Joghurt 200 g ca. 16–20 g
2 Eier 110 g ca. 14 g

Das Ei gilt in der Ernährungswissenschaft als Referenzprotein – sein Aminosäurenmuster ist so vollständig, dass es zur Bewertung anderer Proteinquellen herangezogen wird. Eiweiß und Dotter liefern gemeinsam das vollständige Profil – am besten nicht trennen. Milchprodukte sind zusätzlich besonders reich an Leucin, der Aminosäure, die für die Muskelproteinsynthese eine Schlüsselrolle spielt.

„Protein ist kein Bodybuilder-Thema. Es ist ein Lebensqualitäts-Thema – für alle, die aktiv bleiben, gut schlafen und ihren Körper noch lange tragen wollen.“
— Mag. Gerda Steinfellner

Wie ein proteinsatter Tag aussehen kann

Damit das nicht nur Theorie bleibt – hier ein Beispieltag für jemanden mit etwa 65 kg Körpergewicht und dem Ziel, täglich rund 90 g Protein zu erreichen. Rein vegetarisch, ohne Soja, mit Produkten aus Österreich. Ja, dieser Plan ist bewusst hanflastig – er soll zeigen, wie sich geschälte Hanfsamen und Hanfprotein 56 % alltagstauglich integrieren lassen.

Mahlzeit Was auf dem Teller landet Protein
Frühstück Hanfporridge: 60 g Hafer + 30 g geschälte Hanfsamen + 1 EL Hanfprotein 56 % + 200 ml Milch ca. 29 g
Mittagessen Belugalinsensalat mit Feta + 1 EL ungeschälte Hanfsamen ca. 27 g
Snack 200 g griechisches Joghurt + 1 EL geschälte Hanfsamen ca. 23 g
Abendessen 2 Rühreier + 30 g Kürbiskerne + Gemüse der Saison ca. 23 g
Tagessumme Ohne Fleisch, ohne Soja, ohne Stress ca. 102 g

So bringst du das Wissen in deinen Alltag

Du musst nicht alles auf einmal umstellen. Drei einfache Grundregeln machen den größten Unterschied – und lassen sich Schritt für Schritt in den Alltag einbauen, ohne dass es nach Diät oder Aufwand schmeckt.

  • Protein verteilen statt stapeln: Der Körper verwertet pro Mahlzeit etwa 25–40 g Protein optimal. Verteile auf 3–4 Mahlzeiten statt alles ins Abendessen zu packen.
  • Klein anfangen: Jeden Morgen eine Handvoll geschälte Hanfsamen ins Müsli oder Joghurt – kein Aufwand, spürbarer Unterschied nach Wochen.
  • Clever kombinieren: Hülsenfrüchte mit Getreide oder Saaten erhöhen die biologische Wertigkeit. Über den Tag verteilt reicht das vollkommen – nicht in einer Mahlzeit.
  • Verdauung beachten: Wer Hülsenfrüchte neu einführt, beginnt am besten langsam, mit einem Esslöffel am Tag.

    Hanf als Proteinquelle