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Bio-Hanfsamen aus niederösterreichischem Anbau beim Schälen

Vom Feld nach Hanfthal: was mit unserem Hanf passiert

Auf einen Blick

  • Rund 300.000 Kilo Hanfsamen gehen bei uns pro Jahr durch — von niederösterreichischen Bio-Bauern nach Hanfthal.
  • Die Verarbeitung übernehmen Partnerbetriebe in Österreich. Wir schicken unsere Hanfsamen hin und bekommen das fertige Produkt zurück. Die Ware bleibt immer unsere.
  • Rückverfolgbar bis aufs Feld: Zu jeder Charge wissen wir, von welchem Betrieb sie stammt.
  • Kaltgepresst unter 45 °C. Aus rund 5 Kilo ungeschälten Hanfsamen wird 1 Liter Hanföl.
  • Ungefiltert abgefüllt. Das Öl ruht nach der Pressung, damit sich die natürlichen Schleimstoffe absetzen.

LESEZEIT 7 MIN  ·  Von Mag. Gerda Steinfellner, Ernährungswissenschafterin

Wenn du bei uns eine Flasche Hanföl kaufst, hat der Inhalt einen ziemlich kurzen Weg hinter sich. Gewachsen ist er auf einem Feld in Niederösterreich, meist keine halbe Autostunde von Hanfthal entfernt.

Von A bis Z heißt bei uns: Wir kennen jeden Schritt. Hier ist der erste Teil davon — der Weg vom Acker in die Flasche. Samt der Stelle, an der wir heute etwas anders machen als früher.


Warum wir unseren Hanf nicht mehr selbst verarbeiten

Lange haben wir mit unserer Hanfschälanlage selbst geschält und auch früher Öl selber gepresst. Für unsere Mengen hat sich das auf Dauer nicht gerechnet — eine Schälanlage und eine Ölpresse will ausgelastet sein, und wir sind ein kleiner Betrieb geblieben. Also haben wir eine Entscheidung getroffen, die uns nicht leichtgefallen ist: Wir lassen verarbeiten.

Der Ablauf ist bei allen Schritten derselbe, ob Schälen, Ölpressen, Vermahlen oder Keimen. Wir schicken unsere Hanfsamen zu einem Partnerbetrieb in Österreich und bekommen das fertige Produkt zurück. Die Ware bleibt dabei immer unsere.

Warum ich das dazuschreibe

Manche Anbieter lassen diesen Punkt gern weg und reden weiter von „eigener Produktion“. Ich halte das für die falsche Art, Vertrauen aufzubauen. Was zählt, ist nicht, wem die Maschine gehört, sondern ob du weißt, wo dein Essen herkommt. Und das weißt du bei uns bis aufs einzelne Feld.

Vom Feld nach Hanfthal

Seit 2004 bauen wir gemeinsam mit unseren Vertragslandwirtinnen und -landwirten Lebensmittelhanf in Österreich an. Die Anbaugebiete liegen allesamt in Niederösterreich. Wir kennen die Betriebe persönlich, und wir können zu jeder Charge sagen, von welchem Feld sie stammt.

Nach der Ernte werden die Hanfsamen getrocknet und gereinigt und kommen dann direkt zu uns nach Hanfthal. Ohne Zwischenhändler, ohne Umweg über einen Großmarkt. Rund 300.000 Kilo sind das im Jahr.

Der Ortsname ist übrigens kein Marketing. Hanfthal wird bereits 1149 urkundlich erwähnt — Hanf war hier offenbar schon lange ein Thema, bevor wir angefangen haben.


Schälen: wie der Kern aus der Schale kommt

Ein Hanfsamen ist drei bis sechs Millimeter groß und naturbraun. Innen sitzt der weiche, beige Kern, umschlossen von einem grünen Häutchen, außen die harte Schale. Wer geschälte Hanfsamen kaufen will, braucht also mehrere Arbeitsschritte, die beides sauber trennen, ohne den Kern zu zerdrücken. und beim Schälen fällt auch noch „Feinware“ an, also die kleinen Teilchen der sogenannte Hanfschrot, der sehr beliebt ist als Pferdefutter.

So läuft das ab:

  • Vorreinigung. Die Samen werden entstaubt, bevor überhaupt geschält wird. Das reduziert den Feinanteil erheblich.
  • Prallschäler. Die Samen werden gegen eine Fläche geschleudert, wodurch die Schale aufspringt. Schonender, als sie zwischen Walzen zu quetschen.
  • Lufttrennung. Nach dem Aussieben werden Kerne und Schalen durch einen Luftstrom getrennt. Die Schalen sind leichter und fliegen weg.
  • Steinausleser und Metallabscheider. Zwei Kontrollstufen, die Fremdkörper aus dem Warenstrom nehmen.

Die abgetrennten Hanfschalen sind übrigens kein Abfall. Aus ihnen wird Futterhanf, bekannt auch als Stoffwechselbooster für Pferde.

Hanföl: kaltgepresst unter 45 Grad

Unser aromatisches Bio-Hanföl wird aus ungeschälten Hanfsamen gepresst. Kalt, bei einer Temperatur unter 45 °C. Das ist die entscheidende Zahl: Mehrfach ungesättigte Fettsäuren mögen keine Hitze, und Alpha-Linolensäure ist besonders empfindlich.

Kennzahl Wert
Presstemperaturunter 45 °C
Samen je Liter Ölrund 5 kg
Presskuchen je Liter Ölrund 4 kg
Filtrationkeine

Nach der Pressung wird das Öl nicht gefiltert, sondern es ruht. In dieser Zeit setzen sich die natürlichen Schleimstoffe am Boden ab. Erst danach wird abgefüllt. Sollte es mal vorkommen und sich in der Flasche mit der Zeit ein feiner Bodensatz bildet — ist das kein Fehler, sondern der Beweis, dass es ungefiltert ist… und auch dass wir es nicht erwarten konnten das Öl abzufüllen.

Aus fünf Kilo Samen wird ein Liter Öl. Die restlichen vier Kilo bleiben als Presskuchen übrig, und auch der wird verwertet: Daraus entstehen unsere Hanf-Leckerlis für Pferde und Hunde.

Das goldene Hanföl

Daneben gibt es eine Spezialität: Hanföl aus geschälten Samen. Die werden vor dem Pressen dezent geröstet. Das Ergebnis ist ein goldenes Öl mit deutlich intensiverem, nussigem Geschmack — heller in der Farbe und milder als das grüne Öl aus ungeschälten Samen.


Hanfproteinpulver aus dem Presskuchen

Beim goldenen Öl entsteht ein zweites Produkt. Der Presskuchen aus den geschälten, gerösteten Samen wird ohne Hitzeeinwirkung vermahlen — daraus wird unser Hanfproteinpulver mit 56 % Proteingehalt.

Nichts geht verloren. Das Öl und das Protein stammen aus demselben Durchgang, aus denselben Samen, von denselben Feldern. Und darum ist unser Hanfprotein auch von der Menge Hanföl abhängig, denn es gibt nur einen Presskcuhen, der vermahlen werden kann, wenn vorher Öl gepresst wurde.

Was im Hanfsamen steckt

Hanfsamen enthalten Protein, Ballaststoffe, ungesättigte Fettsäuren sowie Vitamin E, Vitamin B1, Vitamin B6, Folsäure, Eisen, Zink, Phosphor, Magnesium und Kupfer.

Bei den Fettsäuren sind zwei relevant: Alpha-Linolensäure als pflanzliche Omega-3-Fettsäure und Linolsäure als Omega-6-Fettsäure. Beide sind essenziell — der Körper kann sie nicht selbst herstellen. Ihr Verhältnis zueinander liegt beim Hanf in einem Bereich, den man in Pflanzenölen selten findet.

Die genauen Werte findest du bei den jeweiligen Produkten, jeweils aus der Laboranalyse. Ich schreibe keine Zahl auf, die nicht geprüft ist.

Häufige Fragen

Verarbeitet ihr selbst?

Nicht mehr. Schälen, Pressen, Vermahlen und Keimen übernehmen Partnerbetriebe in Österreich. Für unsere Mengen hat sich die eigene Anlage nicht gerechnet. Unsere Hanfsamen fahren hin und kommen als fertiges Produkt zurück — es wird nichts vermischt und nichts zugekauft.

Woher kommen eure Hanfsamen?

Von Vertragsbetrieben in Niederösterreich, mit denen wir seit 2004 zusammenarbeiten. Zu jeder Charge lässt sich der Betrieb zurückverfolgen.

style=“background:#f6f6ed;border:1px solid #dbdbc3;border-radius:8px;padding:14px 18px;margin:0 0 10px 0;“> Was ist der Unterschied zwischen grünem und goldenem Hanföl?

Das grüne Öl wird aus ungeschälten Samen gepresst und schmeckt kräftig-krautig. Das goldene stammt aus geschälten, leicht gerösteten Samen — heller, milder und intensiv nussig.

Was passiert mit den Schalen und dem Presskuchen?

Aus den Schalen wird der Stoffwechselbooster für die Pferdefütterung, aus dem Presskuchen entweder Hanfproteinpulver oder Leckerlis für Pferde und Hunde. Übrig bleibt nichts.

Wenn dich die Zahlen interessieren

In meinem Beitrag zum Hanföl findest du die laborgeprüften Nährwerte, die Anwendung in der Küche und worauf du beim Kauf achten solltest.

Zum Hanföl-Beitrag ›

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Warum ich das so offen aufschreibe

Mag. Gerda Steinfellner · Ernährungswissenschafterin · Hanfland GmbH

Es wäre einfacher, weiter von der eigenen Anlage zu schreiben. Nur würde ich dann von dir Vertrauen erwarten und dir gleichzeitig etwas Ungenaues erzählen. Das geht nicht zusammen. Unsere Stärke ist nicht die Maschine — sie ist, dass wir zu jeder Charge sagen können, auf welchem Feld sie gewachsen ist.

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Hanfland — von A bis Z … vom Acker bis zur Zelle