Auf einen Blick
- Unser Bio-Hanföl liefert 15 bis 19 g Alpha-Linolensäure pro 100 ml, je nach Hanfsorte, Erntejahr und ob geschält oder ungeschält. Ein Esslöffel (15 ml) bringt rund 2,3 bis 2,9 g ALA und liegt damit über den 2 g, an die die zugelassene EU-Aussage zum Cholesterinspiegel gebunden ist.
- 61 mg Vitamin E pro 100 ml. Ein Esslöffel deckt damit rund 76 % des Tagesbezugswerts. Vitamin E trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
- 68 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Verhältnis Omega-6 zu Omega-3 bei etwa 3:1.
- Zwei Varianten: ungeschält (grünlich-gold, kräftig-nussig, leicht herb) und geschält aus dezent gerösteten Hanfherzen (hellgold, mild-nussig).
- Kaltgepresst unter 45 °C in Österreich, unraffiniert. Nicht erhitzen: Hanföl gehört ausschließlich in die kalte Küche.
Was Hanföl ist und wie es gepresst wird
Hanföl wird aus den Samen der Hanfpflanze gepresst. Nicht aus Blüten, nicht aus Blättern, sondern aus den Samen. Deshalb ist es ein ganz normales Speiseöl: Speisehanf enthält kein THC in wirksamer Menge, und für Hanfsamenöl gilt in der EU ein fester Höchstgehalt.
In Hanfthal im Weinviertel wird seit 2004 Hanf angebaut, begonnen hat damit Günther Schmid. Heute kommt unser Hanf von unserem Hanfland-Anbau dort und von unseren Bio-Vertragsanbaupartnern in Niederösterreich. Gepresst wird kalt bei unter 45 °C, bei einem Partnerbetrieb rund zehn Kilometer von Hanfthal entfernt. Das dauert: rund eine Stunde für zwei Liter Öl. Schneller ginge es nur mit mehr Druck und mehr Wärme, und dabei würden genau die hitzeempfindlichen Fettsäuren leiden, wegen derer man Hanföl überhaupt verwendet.
Danach wird nicht raffiniert und nicht gefiltert. Das Öl steht drei bis vier Wochen, bis sich die Schwebstoffe von selbst abgesetzt haben. Filtern ginge schneller, nur würden dabei nicht nur die Schleimstoffe verschwinden, sondern auch viele sekundäre Pflanzenstoffe. Genau die wollen wir im Öl behalten. Beim ungeschälten Öl geben diese Stoffe aus der Samenschale dem Öl seine grünliche Farbe. Ein leichter Bodensatz in der Flasche ist deshalb kein Fehler, sondern ein Zeichen dafür, dass das Öl unbehandelt ist.
Die Nährwerte im Detail
Hanföl ist fast vollständig Fett, das ist bei einem Öl zu erwarten. Interessant ist nicht die Menge, sondern die Zusammensetzung. Rund 68 % der Fettsäuren sind mehrfach ungesättigt, und genau die sind ernährungsphysiologisch relevant.
| Inhaltsstoff | pro 100 ml | pro EL (15 ml) |
|---|---|---|
| Alpha-Linolensäure (Omega-3) | 15 bis 19 g** | 2,3 bis 2,9 g** |
| Mehrfach ungesättigte Fettsäuren | 68 g | 10,2 g |
| Vitamin E | 61 mg (508 %*) | 9,2 mg (76 %*) |
| Verhältnis Omega-6 : Omega-3 | etwa 3 : 1 | etwa 3 : 1 |
| Gamma-Linolensäure (Omega-6) | rund 3 % der Fettsäuren | rund 3 % der Fettsäuren |
*Anteil am Nährstoffbezugswert (NRV) für Erwachsene, Vitamin E = 12 mg. **Je nach Hanfsorte, Erntejahr und ob geschält oder ungeschält. Angaben Hanfland GmbH.
Was diese Zahlen praktisch bedeuten
Zwei Aussagen sind hier belegt und nach EU-Recht zulässig, und ich formuliere sie bewusst genau so:
- Alpha-Linolensäure trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei. Die positive Wirkung stellt sich bei einer täglichen Aufnahme von 2 g ALA ein. Rechnerisch sind das je nach Öl rund 11 bis 13 ml, also knapp ein Esslöffel. Ein voller Esslöffel liegt mit 2,3 bis 2,9 g darüber.
- Vitamin E trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Mit 9,2 mg pro Esslöffel liegt der Beitrag deutlich über der Schwelle, ab der diese Aussage geführt werden darf.
Die dritte oft genannte Fettsäure ist die Gamma-Linolensäure. Sie ist eine Besonderheit, weil sie nur in wenigen Pflanzenölen überhaupt vorkommt. Im Hanföl macht sie rund 3 % der Fettsäuren aus. Sie gehört allerdings zu den Omega-6-Fettsäuren, nicht zu den Omega-3, und das wird häufig durcheinandergebracht. Eine zugelassene gesundheitsbezogene Aussage gibt es für sie nicht, deshalb steht hier auch keine.
Gerdas Einordnung
„Hanföl liefert ALA, also pflanzliches Omega-3. Der Körper kann daraus EPA und DHA bauen, aber nur in geringem Ausmaß, unter 8 Prozent für EPA. Wer gezielt EPA und DHA aufbauen will, braucht Fisch oder Algenöl. Hanföl ist die Basis, nicht die ganze Antwort.“
Ausführlich habe ich das im Omega-3-Beitrag aufgeschrieben.
Geschält oder ungeschält? Welches passt zu dir?
Wir lassen zwei Öle pressen, und der Unterschied liegt nicht im Fettsäureprofil, sondern im Geschmack und in der Farbe. Für das klassische Öl werden ungeschälte Hanfsamen verwendet. Für das milde Öl werden die Samen vorher geschält, die Hanfherzen dezent geröstet und erst dann gepresst. So bleiben die Bitterstoffe der Schale draußen.
| Kriterium | Ungeschält (klassisch) | Geschält (mild) |
|---|---|---|
| Farbe | grünlich-gold | hell goldgelb |
| Geschmack | kräftig-nussig, leicht herb | mild-nussig, ohne Bitternote |
| Rohstoff | ungeschälte Bio-Hanfsamen | geschälte, dezent geröstete Hanfherzen |
| Sekundäre Pflanzenstoffe aus der Schale | enthalten | weitgehend entfernt |
| Passt zu | Erdäpfelsalat, Kraut, Aufstriche, deftige Suppen | Bowls, Dips, Joghurt, feine Salate, Kinderteller |
| Ideal für | wer den typischen Hanfgeschmack mag | Einstieg und alle, denen Hanföl sonst zu herb ist |
Meine Empfehlung für den Einstieg: das geschälte Öl. Ich habe schon zu viele Flaschen kräftiges Hanföl im Küchenkasten stehen sehen, die niemand aufgebraucht hat, weil der Geschmack zu ungewohnt war. Wer das klassische Aroma kennt und mag, greift zum ungeschälten.
Hanföl in der Küche: was funktioniert
Die wichtigste Regel zuerst, und sie ist nicht verhandelbar: Hanföl nicht erhitzen. Kein Braten, kein Frittieren, nicht mitkochen. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind hitzeempfindlich. Wer Hanföl in die Pfanne gibt, zerstört genau das, wofür er bezahlt hat. Über den fertigen Teller, nicht in den Topf.
Das Alltagsdressing
Hanföl, Zitronensaft, ein Löffel Senf, Salz, frische Kräuter. Kurz aufschlagen, fertig. Funktioniert zu fast jedem Salat und ist in zwei Minuten gemacht.
Suppen-Finish
Ein paar Tropfen auf Kürbis-, Erdäpfel- oder Karottensuppe, erst am Teller und nach dem Kochen. Gibt Farbe, Aroma und die Fettsäuren obendrauf.
Topfen und Joghurt
Ein Esslöffel mildes Hanföl unter Topfen rühren, dazu Hanfsamen. Ein einfacher Weg, das Öl täglich unterzubringen.
Erdäpfelsalat
Hier darf das kräftige ungeschälte Öl ran. Warme Erdäpfel ziehen das Aroma auf. Ein Weinviertler Standard, den ich nicht mehr anders mache.
Gerdas Tipp
Stell die Flasche nicht in den Vorratsschrank, sondern griffbereit neben Salz und Pfeffer. Öl, das man sieht, wird verwendet. Das ist der einzige Trick, der bei mir zu Hause dauerhaft funktioniert.
Zum Nachkochen: der Hanf-Aufstrich und die Fächerkartoffeln mit Hanföl.
Lagerung und Haltbarkeit
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren reagieren empfindlich auf Licht, Wärme und Sauerstoff. Daraus folgen drei einfache Regeln: gut verschlossen halten, dunkel und kühl lagern, zügig aufbrauchen. Ein Platz im Küchenkasten reicht, die Lagerung im Kühlschrank ist bei ungeöffneten Flaschen nicht nötig.
Nicht neben den Herd stellen, auch wenn es dort praktisch wäre. Und nicht ins Fensterbrett. Wenn das Öl deutlich bitter oder ranzig riecht, ist es über den Punkt. Dann gehört es weg und nicht auf den Salat. Deshalb ist die kleine Flasche für die meisten Haushalte die sinnvollere Wahl als der Vorratskanister.
Hanföl äußerlich: Pflege und Salben
Hanföl wird traditionell auch äußerlich verwendet, in Pflegeölen und selbst gerührten Salben. Es zieht vergleichsweise rasch ein und hinterlässt keinen schweren Film, was es als Basisöl beliebt macht. Für eine einfache Salbe reicht Hanföl mit Bienenwachs im Verhältnis von etwa fünf zu eins, vorsichtig geschmolzen und in ein sauberes Glas abgefüllt.
Was ich dir auch noch sagen möchte
Ich schreibe hier bewusst nichts über Hautkrankheiten. Im Internet kursieren dazu viele Versprechen, auch auf Herstellerseiten. Belastbare Aussagen zu Ekzemen, Schuppenflechte oder Ähnlichem darf und will ich nicht treffen, das gehört in dermatologische Hände. Was ich sagen kann: Hanföl ist ein angenehmes Pflegeöl. Mehr behaupte ich nicht.
Wer Hanföl für die Mundpflege verwenden möchte, findet die Details im eigenen Beitrag zu Zungenreinigung und Ölziehen.
Häufige Fragen, ehrlich beantwortet
Macht Hanföl high?
Nein. Hanföl wird aus den Samen gepresst, nicht aus Blüten oder Blättern. Speisehanf enthält kein THC in wirksamer Menge, und für Hanfsamenöl gilt in der EU ein fester Höchstgehalt. Hanföl ist ein normales, legales Speiseöl.
Wie viel Hanföl pro Tag ist sinnvoll?
Ein Esslöffel (15 ml) täglich ist eine gute Richtmenge. Er liefert je nach Öl rund 2,3 bis 2,9 g Alpha-Linolensäure und damit mehr als die 2 g, an die die zugelassene EU-Aussage zum Cholesterinspiegel gebunden ist. Regelmäßigkeit zählt mehr als Menge.
Kann man Hanföl erhitzen?
Nein. Hanföl ist ausschließlich für die kalte Küche geeignet. Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind hitzeempfindlich und gehen beim Braten oder Frittieren verloren. Das Öl über das fertige Gericht geben.
Was ist der Unterschied zwischen Hanföl und CBD-Öl?
Es sind zwei verschiedene Produkte. Hanföl ist ein Speiseöl aus Hanfsamen und enthält praktisch kein CBD. CBD-Öl wird aus Blüten und Blättern gewonnen und ist kein Speiseöl. Wer Hanföl kauft, bekommt ein Speiseöl.
Ist das Öl schon aus der heurigen Ernte?
Nein, und das hat einen guten Grund. Geerntet wird im Herbst, danach wird gepresst, und dann steht das Öl noch drei bis vier Wochen, bis sich die Schwebstoffe abgesetzt haben. Weil wir nicht filtern, lässt sich dieser Schritt nicht abkürzen. Frisch gepresstes Öl vom heurigen Hanf kommt deshalb erst später in die Flasche.
Warum ist mein Hanföl trüb oder hat einen Bodensatz?
Weil es unraffiniert und ungefiltert ist. Statt zu filtern, lassen wir die Schwebstoffe drei bis vier Wochen absetzen. So bleiben die sekundären Pflanzenstoffe im Öl. Ein leichter Bodensatz ist bei einem naturbelassenen Öl normal und kein Qualitätsmangel. Vor Gebrauch kurz schwenken.
Geschält oder ungeschält: was soll ich nehmen?
Für den Einstieg das geschälte: hellgold, mild-nussig, ohne Bitternote, passt zu fast allem. Das ungeschälte ist kräftiger und leicht herb. Es passt zu Erdäpfelsalat, Kraut und Aufstrichen, wenn man den typischen Hanfgeschmack mag.
Wie lagere ich Hanföl richtig?
Gut verschlossen, dunkel und vor Wärme geschützt. Der Küchenkasten reicht, der Kühlschrank ist nicht nötig. Nicht neben den Herd und nicht ins Sonnenlicht stellen. Nach dem Öffnen zügig aufbrauchen.
Quellen und Grundlagen
- Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 und Verordnung (EU) Nr. 432/2012, zugelassene gesundheitsbezogene Angaben: Alpha-Linolensäure und Cholesterinspiegel (bei täglicher Aufnahme von 2 g); Vitamin E und Schutz der Zellen vor oxidativem Stress.
- Verordnung (EU) 2023/915, Höchstgehalte für Delta-9-THC in Hanfsamen und Hanfsamenerzeugnissen.
- Hanfland GmbH: Produktangaben Bio-Hanföl kaltgepresst und Bio-Hanföl aus geschälten Hanfsamen (15 bis 19 g Alpha-Linolensäure pro 100 ml je nach Sorte, Erntejahr und Schälung, 61 mg Vitamin E pro 100 ml, 68 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Verhältnis Omega-6 zu Omega-3 etwa 3:1, Gamma-Linolensäure rund 3 % der Fettsäuren).
- Übersichtsarbeiten zur Umwandlung von Alpha-Linolensäure in EPA und DHA beim Menschen.
Hanföl von Hanfland
Warum ich Hanföl im Haus habe und was ich nicht verspreche
Mag. Gerda Steinfellner · Ernährungswissenschafterin · Hanfland GmbH
Hanföl ist für mich das einfachste Werkzeug, um die Fettqualität im Alltag zu verbessern. Nicht, weil es Wunder wirkt, sondern weil es einen Tausch ermöglicht: Es ersetzt Öle, die fast nur Omega-6 liefern, und bringt gleichzeitig Alpha-Linolensäure mit. Zwei Effekte, ein Handgriff.
Was ich dir auch noch sagen möchte:
Hanföl ersetzt keinen ärztlichen Rat und keine ausgewogene Ernährung. Rund um Hanföl kursieren viele Heilversprechen, ich halte mich an das, was zugelassen und belegt ist. Bei Erkrankungen, Medikamenten, in der Schwangerschaft oder Stillzeit bitte ärztlich abklären.
Beim Recherchieren und Formulieren hilft mir KI. Was hier steht, habe ich gelesen, nachgerechnet und freigegeben, und dafür stehe ich mit meinem Namen.
Woher unser Hanf kommt:
Unser Hanf kommt von unserem Hanfland-Anbau in Hanfthal im Weinviertel und von unseren Bio-Vertragsanbaupartnern in Niederösterreich. Angefangen hat es 2004: Damals baute Günther Schmid in Hanfthal den ersten Hanf an. Hanfland entstand 2012, und 2016 stellte Günther seine Landwirtschaft in Hanfthal auf biologische Wirtschaftsweise um. Gepresst wird in Österreich. Günther kümmert sich um Boden und Anbau, ich um die Frage, was das für deine Ernährung bedeutet. Von A bis Z … vom Acker bis zur Zelle.







